Ambush Marketing nutzt bekanntlich Großevents bzw. Veranstaltungen, die im Mittelpunkt des Medieninteresses stehen, um eine Marke kostengünstig einem großen Publikum zu präsentieren. Dies geschieht in der Regel überraschend, unterhaltsam und an den Sponsoringregeln vorbei – denn die sehen ja vor, dass Sponsoren viel Geld dafür bezahlen, dass sie mit, auf oder um die Events werben können.

Der Ambusher higegen zahlt nichts, um das image- und medienträchtige Umfeld zu nutzen. Er verfolgt Taktiken am klassischen Sponsorship vorbei; sucht Lücken, die mit geringem Mitteleinsatz einen spektakulären Auftritt ermöglichen; versucht die Aufmerksamkeit nicht durch Omnipräsenz, sondern durch Cleverness auf sich zu lenken. Gerade deshalb ist der Ambush Marketer auch zu Kreativität verdammt. – Natürlich nicht ganz ernst zu nehmen, aber unterhaltsam und ein schönes Beispiel für Ambush Marketing: die aktuelle Kampagne des Fleckenentferners „Sil“.

ri_brasil.jpg

Tickermeldung vom 9. Juni 2006: „Sil“ ist angeblich neuer Sponsor der Brasilianischen Elf (nachzulesen u. a. bei Yahoo!) und lässt darum in Berlin und München die Sambagirls tanzen.

Rausgefunden hat diesen WM-Knüller ein Journalist namens „Reiner Irrwitz“. Detaillierte Hintergünde gibt der investigative Schreiberling auf seiner Website preis. Und: Reiner Irrwitz ist noch weiteren unglaublichenn Geschichten auf der Spur. Dabei ist ihm angeblich „keine Kartoffel zu heiß, kein Weg zu weit und kein Bodyguard zu breit“, um das Verdeckte zu enthüllen.

Nicht ganz so verdeckt ist der Absender der Aktion: Sil ist nämlich richtig prominent auf der Seite zu sehen. Im Grunde egal: Schließlich gehen wir ja auch in die Allianz Arena, um großes Entertainment zu sehen …

Mehr Infos und Fallbeispiele zum Thema „Guerilla Marketing“ hier und hier.