Bevor ich später im Detail zu Fragen wie Online-Guerilla, Erfolgsfaktoren, Chancen/Grenzen von Guerilla Aktionen komme, denke ich, macht es Sinn, einen Blick auf die Wurzeln des Begriffes und die Entstehungsgeschichte des heutigen Guerilla Verständnisses zu werfen.

Der Begriff „Guerilla“ bedeutet so viel wie „kleiner Krieg“ und wurde erstmalig seit den spanischen Befreiungskämpfen (1808 – 1814) gebraucht. Der so genannte Peninsulanische Krieg beschreibt den Widerstand der spanischen Bevölkerung gegen die Revolutionsarmee Napoleons I., welche die Halbinsel besetzte, den Thron für Napoleons Bruder usurpierte und damit die Herrscherdynastie der Habsburger beendete. Dieser Konflikt wurde Namensgeber eines an sich uralten Phänomens. Denn die Taktik des Partisanen- bzw. Guerilla-Kampfes war nicht neu.

pferd1.jpg Schon weit früher in der Geschichte der Menschheit diente der Guerilla-Kampf der Verteidigung von Heimat und Vaterland. Er war ein Mittel im Kampf Klein gegen Groß. Eine Auflehnung gegen das Unrecht, das einem Volk durch fremde Invasoren oder durch die eigenen Machthaber zugefügt wurde. So spielte bei den meisten großen Eroberungsfeldzügen der Weltgeschichte auch der Guerilla-Kampf eine wichtige Rolle. Darius, Alexander und Hannibal mussten sich mit Guerillas herum-schlagen – die Römer sogar zweihundert Jahre lang, noch vor Christi Geburt.

Mit der Zeit wurde der Guerilla-Kampf auch als flankierende Maßnahme für politisch-militärische Operationen eingesetzt. Klassische Beispiele hierfür sind der amerikanische Unabhängigkeitskrieg (1755 – 1783), wo nicht-reguläre Truppen mithalfen, Cornwallis aus Nord- und Südcarolina zu vertreiben, was schließlich zu seiner Niederlage bei Yorktown (1781) führte. Und der Balkankrieg (1941 – 1945), wo es Tito gelang, mit seinen Partisanen große deutsche Truppenkontingente festzusetzen.

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