Den Spontan- und Happening-Protest der „68er“ führte weltanschaulich, aber auch strategisch die 1971 gegründete Umweltorganisation Greenpeace fort. greenpeace-boot,greenpeace,guerilla-aktion,guerilla-aktivisten,guerilla-marketingSie hat Guerilla im Dienste der Öffentlichkeitsarbeit geradezu perfektioniert. Die weltweit in 40 Ländern vertretene Organisation und damit größte ihrer Art in der Welt – für Kritiker bereits der Umweltkonzern schlechthin – ist der Inbegriff einer auf mediale Wirkung ausgerichteten gewaltfreien, zivilen Guerilla-Taktik.

Greenpeace-patentGreenpeace vereint wie zuvor die Subversive Aktion auf kongeniale Weise Protest, Provokation und Symbolik bei seinen direkten Aktionen. Einerseits geht es bei den Aktionen darum, Umweltfrevel zu verhindern; es handelt es sich um Protest, um Aktivismus im eigentlich Sinne. Gleichsam wird erzielt, auf unkonventionelle Weise das Interesse der Öffentlichkeit auf sich zu ziehen. Motto: Weltweite Medienberichte sind der Sache dienlicher als jede Massendemo. Somit besitzt jede Greenpeace-Aktion auch exemplarischen, symbolischen Charakter. Sie sollen im buchstäblichen Sinne demonstrieren. Die stärkste Symbolik geht dabei von der Strategie der Guerilla selbst aus. Sie steht für den bildlichen, hochmoralischen Kampf Davids gegen Goliath. Dadurch sind die Sympathien klar verteilt, vor allem sorgt eine solche Konstellation für enorme Spannung, in dem ein klares Gut-Böse-Schema unterstützt wird.

Greenpeace ist DAS Paradebeispiel für ein Unternehmen, dem es gelungen ist, seine Marke weltweit mittels Guerilla-Marketing zu etablieren. Erst gestern berichteten die Tagesthemen wieder minutenlang über eine Aktion, die eine Verschrottung asbestbelasteter französischer Militärfrachter verhindern soll. Aber trotzdem wird der Beitrag, den die tollkühnen Umweltaktivisten für das Guerilla Marketing leisten, in keiner Guerilla-Chronik, keinem Fachbuch und keiner Diplomarbeit angemessen gewürdigt. Das versuche ich zu ändern. Bleibt am Ball (RSS Feed abonnieren!).

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