Wie die Aktionen der politischen Linken und die Greenpeace-Einsätze wurde auch das Guerilla-Theater zum Medienereignis, womit sich einmal mehr die Affinität von Guerilla und Medien bzw. öffentlicher Aufmerksamkeit erweist. Esquire, Newsweek, New York Times, Washington Post, Time und Vogue erschienen regelmäßig mit Beiträgen zum Guerilla-Theater.

Aber noch eine andere Parallele tat sich auf. Denn das Guerilla-Theater wurde durch die öffentliche Aufmerksamkeit fix zum Modebegriff. Und sehr schnell schmückte sich fast jede freie Truppe und Strömung, die gewöhnliches Straßentheater aufführte, mit dem attraktiven Guerilla-Label. Dies ist bis heute, das will ich später noch an einigen Beispielen darlegen, so geblieben:

Selbst einfache Promotoren, die mit Sandwichtafeln auf Fußgängerzonen durch die Gegend ziehen, bezeichnen sich selbst als Werbeguerilleros oder werden von der Öffentlichkeit als solche angesehen. Selbst ausgewiesene Fachmedien jonglieren mit dem Begriff nach Belieben und gehen alles andere als souverän mit dem Thema um. Und von der Beratungsqualität der meisten Agenturen, die sich plötzlich mit Guerilla-Federn schmücken, ganz zu schweigen. Guerilla Marketing: ein Begriff hat Inflation … und findet genau darin den gefährlichsten Gegner.

Pappguerilleros

Die schönsten Tage für einen Werbeguerillero sind die, an denen reihenweise Freunde und Kunden anrufen und mailen, wie toll die Aktion ist, die man gerade macht. So ein Tag war der 16. Mai 2003. Mit dem kleinen Haken: die Guerilla-Aktion, für die ich an diesem Tag so viel Lob erhielt, war nicht von uns.

Trotzdem: Die Anrufe hatten mich neugierig gemacht, so dass ich gleich einen Photographen losschickte, um zu checken, was da los war. Das Ergebnis haute mich schlichtweg vom Hocker …

Mehr Infos und Fallbeispiele zum Thema „Guerilla Marketing“ hier und hier.