„Jeder fängt mal klein an, und Unternehmensgründer/innen haben meist nicht genug Kapital, um ihre Ideen zu verwirklichen und um auf ihr neu gegründetes Unternehmen bzw. Produkt aufmerksam zu machen“, schreibt Levinson in seinem Erstling „Guerilla Marketing“. Marktstrategien aus dem Lehrbuch eigneten sich nur für großen Unternehmen und kämen daher nicht in Frage. Es seien keine finanziellen Mittel vorhanden, um ein effektives Marketing zu betreiben. Doch wer Marketing wirksam einsetzen wolle, brauche keinen großen Werbeetat und keine große PR-Abteilung.

„Kleinere Unternehmen müssen gezielter, individueller und realistischer vorgehen“, so Levinson. Welcher Neugründer einer Gesellschaft kann es sich leisten zur Probe fünf Werbespots zu drehen. „Es kommt darauf an, mit seinem begrenzten, finanziellen Mitteln das Möglichste an Effektivität zu erreichen und alle Möglichkeiten in Erwägung zu ziehen. Der Autor: „Das erfordert ein spezielles Denken. Ein Denken, das in jedem Detail eine Chance sieht, Marketing effizient einzusetzen und aus jedem Detail ein größeres Marketing-Instrument zu machen.“

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Habe ein Unternehmen einmal Fuß gefasst und befinde es sich im Wettbewerb, müssten diese Strategien weitergeführt werden, um sich gegenüber der Konkurrenz zu behaupten, so Levinson in späteren Büchern. Das kann damit geschehen, sich und sein Produkt auf dem vorhandenen Markt mit ausgefallenen Methoden zu behaupten und auszubauen, bzw. mit radikalen Aktionen auf sich und sein Produkt aufmerksam zu machen und den Konsumenten unweigerlich damit zu konfrontieren, so dass Mundpropaganda oder gegebenenfalls Medien nach der Aktion für eine Verbreitung sorgen.

Das ist zwar alles nicht falsch und viele Gedanken, die heutigen Aktionen zugrunde liegen, hat Levinson erstmals formuliert. Doch, das ist zumindest mein Eindruck, sind Levinsons Bücher eher ein Rundumschlag zum Thema Guerilla Unternehmensführung, denn wirklich hilfreiche, praxisnahe Handbücher zur Entwicklung und öffentlichkeitswirksamen Nutzung von Guerilla Strategien in der Kommunikation.

Für meinen Geschmack holt Levinson in jedem seiner Bücher zu weit aus, wodurch die Behandlung wirklich relevanter Themen (How to do? Für wen welche Aktionen? Wie Pressearbeit nutzen? Juristische Fragen? Crossmediale Kampagnen? usw.) oberflächlich bleibt bzw. gar nicht erst stattfindet. Gerade zum Thema Internet sind viele Beispiele sehr, sehr amerikanisch und hauen einen wirklich nicht vom Hocker (okay, okay, die Bücher sind auch schon betagt). Außerdem wiederholen sich die Gedanken in der ganzen Reihe, so dass es – selbst für einen Guerilla Einsteiger – absolut reicht, maximal zwei Titel gelesen zu haben.

Mein Fazit: Herr Levinson sollte inzwischen genug mit seinen Büchern verdient haben und langsam aufhören, wissensdurstige Leser weiter mit aufgewärmten Kaffee zu beglücken.

Mehr Infos und Fallbeispiele zum Thema „Guerilla Marketing“ hier und hier.