Gibt es außerdem noch neurowissenschaftliche Erkenntnisse, die im Zusammenhang mit Sensation Marketing Bedeutung besitzen?

Die Mär vom „Relevant Set“: Viele Markenmanager orientieren sich am Konzept des Relevant Set. Dessen Kernthese lautet: Viele Konsumenten ziehen vor einer Kaufentscheidung nur eine bestimmte Zahl von konkurrierenden Produkten in die engere Wahl, die übrigen bleiben unberücksichtigt. Ziel des Marketings muss daher sein, in diesen Kreis relevanter Alternativen zu gelangen.

Der Glaube ans Relevant Set ist durch aktuelle neurophysiologische Studien jedoch eindeutig widerlegt. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Menschen nur eine Marke pro Produktkategorie präferieren. Die Marken zwei bis zwanzig (wenn denn überhaupt noch so viele erinnert werden), sind in der Skala gleich unbedeutend. Für Marketeer sollte es also nicht darum gehen, in möglichst vielen Köpfen unter die Top-5 zu kommen, sondern in den Köpfen der Richtigen (der Meinungsmacher) die Spitzenposition einzunehmen.

Viral, Buzz und Guerilla Marketing entsprechen genau den Forderungen des Neuromarketings: Sie stören konstruktiv, überraschen, irritieren, brechen Denkmuster auf und leiten den interaktiven Dialog ein. Unkonventionelle Werbung à la Guerilla gelingt es, Informationsblockaden des Gehirns zu überwinden und in den relevanten Gehirnzonen des Rezipienten einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

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Das Gehirn mag Qualität und keine Werbung nach Schema F. Jede Marke steht in einem Wettbewerb der stärkeren Signale. Getreu dem Motto: Wer bringt das Gehirn der Zielgruppe richtig und an der richtigen Stelle zum Feuern?

Mehr Infos und Fallbeispiele zum Thema „Guerilla Marketing“ hier und hier.