Die Greenteams waren übrigens auch eine der ersten, die online aktiv wurden: und zwar nicht nur, um Protestnoten an Politiker und Wirtschaftsbosse zu senden, sondern auch, um ihre Gegner clever auszutricksen.

So brachte die Umweltorganisation im Januar 2001 den Mineralölkonzern TotalFinaElf gegen sich auf s. hier. Der Grund des Zwistes war diesmal aber nicht die Besetzung einer Bohrinsel oder die Blockade eines Tankers, sondern die niederträchtige Vereinnahmung einer Internet-Domain. Wer nämlich www.oil-of-elf.de in das Adressfeld des Browsers eingab, landete nicht bei TotalFinaElf, sondern bei einer speziellen Greenpeace-Website.

greenpeace-elchDort wiederum wurde eingehend über die Aktivitäten des Konzerns in Russland informiert. „Bonjour ELF – Gute Nacht Sibirien“ titelte die Umweltschutzorganisation ihren Beitrag und berichtete über die „tägliche Umweltkatastrophe“ in russischen Ölfördergebieten. Dies gingen TotalFinaElf nun ganz und gar nicht runter wie Öl. Jedenfalls sah sich der Konzern genötigt, eine strafbewehrte Unterlassungs- und Verpflichtungsaufforderung an Greenpeace zu schicken, weil die Umweltorgansation durch die Nutzung der Domain das Namensrecht von TotalFinaElf verletze.

Es kam zum Prozess, bei dem Greenpeace schließlich die weitere Nutzung der Domain untersagt wurde. Dennoch hatte der Konzern den Schaden: Denn der Prozess sorgte für eine breite öffentliche Diskussion über die Missstände in TotalFinaElf-Fördergebieten im sibirischen Russland.
elf-aktion

Seitdem ist Greenpeace vielfältig im Netzt vertreten und permanent mit Viral- und Guerilla-Aktionen aktiv. Wie etwa mit diesen:

Greenpeace Viral Spot „Klima“

Greenpeace Viral Spot „Nuclear“

Greenpeace Viral Campaign „Aliens“

Greenpeace Blog

Mehr Infos und Fallbeispiele zum Thema „Guerilla Marketing“ hier und hier.