Spätestens seit Farmville liegt Gärtnern voll im Trend! 2009 startete der Hype um die Farmer-App: Fast 35 Millionen Facebook-User fanden plötzlich Spaß daran, virtuell Erdbeeren anzubauen und Kühe zu melken. Ein Jahr später freuten sich schon mehr als 70 Millionen Online-Farmer über ihre fiktive Ernte. Ein Trend war geboren: Die „romantische“ Vorstellung, mit den eigenen Händen etwas zu schaffen, verfestigte sich in den Köpfen der Cybergärtner. Warum also nicht auch im wahren Leben zur Schaufel greifen!? So wurde nicht nur Farmville für kurze Zeit das beliebteste Social Game im Netz, auch offline entstand nach und nach ein regelrechter Gärtnerhype.

Die Faszination für das Gärtnern hält an: Selbst hartgesottene Stadtkinder hat’s erwischt und sie träumen vom eigenen Bauernhof, von selbst angebauten Zucchini und Tomaten. Schlecht ist allerdings, dass in urbanen Gefilden nur selten ein Balkon, geschweige denn eine Terrasse zum Garteln vorhanden ist. Das ist vielleicht ein Grund, aber noch lange kein Hindernis, selbst zu ernten. Gärtner-Start-Ups haben sich genau dieser Problematik angenommen und vermieten Beete an städtische Hobbygärtner. Meine Ernte zum Beispiel stellt in mehr als 20 deutschen Städten Beete zur Verfügung, die bebaut werden dürfen. Für rund 180 Euro pro Saison (Mai bis Oktober) bekommt man ein 45qm großes Beet. Damit Online- und Neu-Farmer nicht plötzlich von „richtiger“ Erde überfordert werden, steht ihnen die Meine-Ernte-Online-Community mit Rat und Tat zur Seite.

Inzwischen finden sich mehr und mehr Beet-Vermietungen im Netz: Bauerngarten.net hat Grünflächen für Berliner im Angebot, urbane Münchner hingegen bekommen ihren Gemüsegarten beispielsweise über das Kräutergarten-Forum.

Selbst faule Biofreunde (Eigene Ernte – ja! Hände schmutzig machen? –Nein danke!) finden die Lösung im Internet und müssen keinesfalls auf frisches Obst und Gemüse verzichten. Die Ökokiste ist ein Bio-Lieferservice, der jede Woche eine Kiste voller gesunder Köstlichkeiten direkt nach Hause liefert. Je nach Inhalt kostet eine Lieferung in München beispielsweise 14-22 Euro (über die http://www.oekokiste-kirchdorf.de/).  Klar, dass auch die Ökokiste eine Facebook-Page hat: Rund 500 Fans erfreuen sich bereits an den Bionews. Alleine dieses Beispiel zeigt, dass heutzutage niemand mehr um soziale Netzwerke herumkommt: Auch Biobauern haben die Möglichkeit, Facebook und Co. für Marketingzwecke zu nutzen.

Ähnlich wie die Ökokiste funktionieren Kommtessen.de und HelloFresh.de: Jede Woche flattert eine freshe Tüte mit Leckereien ins Haus. Praktischerweise werden hier die passenden Rezepte gleich mitgeliefert. Verspeist man dann stolz das selbst zubereitete Mahl, fühlt man sich wie ein waschechter Biobauer. Fast wie in Farmville – nur eben in Echt!

In diesem Sinne – ab ins Beet! Eure Zucchini warten.