Oft werde ich gefragt, wie man möglichst einfach und schnell auf Twitter viele Follower zu adden. Als erstes stellt sich hier natürlich die Frage:



Was ist wichtiger? Muss ich viele Follower haben oder vielen Leuten selbst followen? 


twitter-icosScobelizer hat darüber vor einiger Zeit einen sehr schönen und häufig zitierten Blogbeitrag über die Frage geschrieben: Warum ist es eigentlich wichtig möglichst vielen Leuten zu folgen?
 Ich habe seine Punkte aufgegriffen, mit meinen Learnings ergänzt und daraus die fünf goldenen Regeln zum Thema „Follow and Being followed“ verfasst. Ja, ich trete also nach einem ersten Kampf jetzt doch unter die Checklistenverfasser. Ich habe dazugelernt. Wo Bedarf besteht, sollte man auch liefern.

1. Viele Follower machen wichtig, aber nicht gleich interessant! 


So blöd es klingt, aber Twitterer, die viele Follower haben, gelten einfach als wichtig, aber haben sie denn auch interessantes zu berichten? Wenn Paris Hilton zum Beispiel beginnen würde zu twittern, würde sie mit Sicherheit bald mehr Follower als die gesamten Twitteraccounts der deutschen Tageszeitungen bekommen. 
Es ist also gerade aus Blick eines twitternden Unternehmens nicht der richtige Ansatz, nur auf die eigenen Followerzahlen zu setzen.

2. Wer selbst followt, bekommt auch Follower.
Wer sich mit seiner Marke bzw. Unternehmen wirklich zum Twittern entscheidet, muss auch ernsthaft daran interessiert sein möglichst viele User zu followen. Denn hier kann man folgendes Phänomen beobachten. Wird ein Twitteruser von jemanden gefollowt, klickt er meistens auf das Twitterprofil. Kann der neue Kontakt hier mit regelmäßigen und interessanten Tweets überzeugen, dann werden die meisten auch zurückfollowen.

3. Je mehr Follower, desto größer die Reichweite.


Viele Follower bedeuten im Klartext, dass die eigenen Tweets auch viele Menschen erreichen. So wird der Twitteraccount zum eigenen Medium, das natürlich als Kanal um so mächtiger ist, um so mehr Menschen damit erreicht werden. 

ACHTUNG: Das bedeutet allerdings nicht wie wild planlos unzählige Follower zu adden, denn wer nur auf Masse schaut, der wird auch schnell als “Addjunkie” entlarvt – ein Twitterer der zwar viele followt, aber eigentlich wenig zu sagen hat. 


4. Je mehr Twitteraccounts ich follow, desto größer die Inspiration für die eigenen Tweets.


Wer vielen Leuten followt, erhält natürlich auch viel und vor allen Dingen abwechselungsreichen Input. So erfährt man zwar nicht mit jedem Tweet essentiell wichtige Dinge, allerdings erhält man auf diesem Wege Infos, die man über klassische Medien womöglich nie gelesen hätte. Ich habe mich erst gestern durch die virtuelle Tour zum Bau des olympischen Stadions für Olympia 2012 in London geklickt, weil mich ein Tweet darüber neugierig machte. Ich wüsste nicht auf welchem Weg ich sonst die Tour angeschaut hätte. So bin ich doch ein absoluter Sportnachrichten-Nonleser. Man darf nicht vergessen. In dem Moment, wo eine Nachricht für jemand anderes relevant ist und mir von dieser Person auf „persönlicher Ebene“ herangetragen wird, bin ich viel offener mich auf ein Thema einzulassen. Viele Follower lassen somit eine Art Social Research für das eigene Agenda-Setting zu. 


5. Wer zuhört, der wird auch gehört!

Wer nur sendet, aber selbst nicht zuhört hat die Grundregel der Kommunikation nicht verstanden. Wer Twitter nur zum reinen Versand von News nutzt, der wird schnell begreifen, dass er wenig Beachtung und somit wenige Retweets erhält. Ganz klar, ich retweete in der Regel ja auch nur Leute, zu denen ich auch in irgendeiner Form eine Beziehung aufgebaut habe. Sei es, dass ich ihr Profil spannend finde, sie sogar persönlich kenne, oder aber der Meinung bin, dass sie mir spannende Inhalte liefern. Glaubwürdigkeit beginnt dort wo ein realer Dialog stattfindet. 


Am Ende möchte ich gerne noch auf das Zitat von Scobolizers Beitrag verweisen:



So, that’s my new story. The secret to Twitter is how many people are you listening to, not how many people are listening to you.



Was sagt uns das eigentlich? Wird die Zahl der User, denen ich über Twitter follow, der neue Maßstab für die eigene Online-Reputation?