Google hat BMW vom Index gestrichen – weil die Münchner ihr Ranking durch bekannte Tricks zu verbessern versuchten.

Das hat für eine Flut an negativer PR gesorgt. Obwohl der Schaden sich in Grenzen halten wird; die meisten Leute werden denken: „Da hat sich einer bei BMW etwas aufschwatzen lassen“, nach dem Motto „Wir bringen euch in den Rankings nach ganz oben“. Man fragt sich eher nicht: „Gehen die auch beim Autobauen auch so vor?“.

Google gibt folgende Richtlinien vor:

Qualitätsrichtlinien – Grundprinzipien:

  • Erstellen Sie Seiten für Benutzer und nicht für Suchmaschinen. Versuchen Sie nicht, Ihre Nutzer zu täuschen, und bieten Sie Suchmaschinen keine Inhalte an, die Sie nicht auch für die Nutzer verwenden. Dies wird als „Cloaking“ bezeichnet.
  • Vermeiden Sie Tricks, die das Suchmaschinen-Ranking verbessern sollen. Beachten Sie die folgende Faustregel: Sie sollten kein schlechtes Gefühl haben, wenn Sie einer konkurrierenden Website Ihre Vorgehensweise erklären sollen. Eine weitere hilfreiche Frage lautet: „Nutzt dies den Besuchern meiner Site? Würde ich das auch tun, wenn es keine Suchmaschinen gäbe?“

Qualitätsrichtlinien – Konkrete Empfehlungen:

  • Vermeiden Sie verborgenen Text und verborgene Links.
  • Vermeiden Sie Cloaking oder irreführende Umleitungen.
  • Senden Sie keine automatischen Abfragen an Google.
  • Vermeiden Sie es, Seiten mit irrelevanten Wörtern zu überfrachten.
  • Erstellen Sie keine doppelten Seiten, Subdomänen oder Domänen, die im Grunde denselben Inhalt haben.
  • Vermeiden Sie den Einsatz von „Brückenseiten“ (Doorway-Seiten), die speziell für Suchmaschinen erstellt werden, oder andere „Cookie-Cutter-Techniken“ wie z. B. Partnerprogramme mit keinem oder nur wenig eigenem Inhalt.

Gegen diese Richtlinien wird ständig verstoßen. Wir können es nur begrüßen, dass Google angekündigt hat, auch im deutschsprachigen Raum gegen solche Tricks vorzugehen – mit BMW als Paradebeispiel. Robert & Horst hat schon immer von solchen Praktiken abgeraten, getreu dem Motto „Content is King“. Die richtigen Inhalte, korrekt aufbereitet und dargestellt, setzen sich letztlich immer durch, gegebenenfalls unterstützt von klassischen Maßnahmen, viralen Elementen und PR.

Brainwash gibt es jetzt seit ein paar Wochen. In den Logfiles ist mir aufgefallen, dass jemand über eine Googlesuche nach „guerilla marketing kaffee“ auf unsere Seite gelangt ist. Das war vielleicht nicht genau das, was der Besucher gesucht hat. Aber immerhin ist es nachvollziehbar, warum Google ihn dorthin geleitet hat. Unser Tracking hat auch gezeigt, dass der Besucher anschließend fünf weitere Seiten bei Brainwash angeschaut hat – die Inhalte waren eben nicht weit vom gesuchten Thema weg.

Interessant ist allerdings das erste Suchergebnis, das Google anzeigt: Eine Unterseite der „Guerillamarketing Agentur“ Huckleberry Friends AG. Auf der gesamten Website finde ich weder etwas über Guerilla Marketing, noch über Kaffee – außer in URL und Seitentitel.

http://www.huckleberry-friends.de/Guerilla_marketing/Guerilla-Werbung/guerilla-marketing-agentur/guerilla-massnahmen-deutschland.html
guerilla marketing agentur | HUCKLEBERRY FRIENDS AG | guerilla werbung deutschland | guerilla massnahmen | guerillamarketing spezialagentur internet

Kein Wunder, wir sehen ja auch nicht, was Google sieht: nämlich diese Seite. Eine Menge interessante Inhalte, die uns vorbehalten werden. Die meisten aufgelisteten URLs verweisen auf eine Kopie der gleichen Seite, z.B. http://www.dienstleistung-werbung.de/. Eine Google Sitesuche zeigt 20 Doorway Pages allein für die Hauptdomain, alle mit verstecken Inhalten! Da hat sich offensichtlich jemand große Mühe gegeben.

Damit sind schon fünf von sechs Empfehlungen von Google missachtet worden (zu automatischen Abfragen an Google können wir nichts sagen). Die Frage bleibt, ob sich das Ganze wirklich lohnt. Es mag sein, dass ich mehr Hits von Google erhalte. Dagegen wird die Bouncerate (Anteil von Besuchern, die die Seite sofort wieder verlassen) sehr hoch sein, da die Website den Erwartungen des Users nicht gerecht wird. Zum Vergleich zeige ich hier die Bouncerates und Durchschnitts-Betrachtungszeiten für die zehn meistbesuchten Seiten auf Brainwash.

Brainwash Bouncerates

Hier sehen wir, sehr zu unserer Freude, extrem hohe Durchschnittszeiten, und niedrige Bouncerates. Wir setzen deshalb weiterhin auf erstklassigen Content – aus unserem erfahrenen Autorenstamm.

Mehr Infos und Fallbeispiele zum Thema „Online Marketing“ hier und hier.