HR Diaries: Need for speed!

Warten müssen: dass es endlich 24.00 Uhr ist, wenn sich die Silvesterparty als öde herausstellt, beim Arzt, beim Bäcker, am Anfang des Monats wenn alle ihre Isarcard am Automaten lösen. Nervig, unnötig, Zeitverschwendung.
Wenn ich etwas möchte, dann bitte jetzt, gleich und sofort. Und wenn sich das „Haben-wollen“ Gefühl eingestellt hat, dann wird im online shop mit „klick and buy“ auch gerne mal   noch um 23.47 Uhr bestellt, extra zum Zoll nach Garching gefahren oder stundenlang Zeit in Recherche gesteckt. Und ja, beim Marshmallow Test wäre ich gnadenlos durchgefallen.

Als ich vor gut einem Jahr auf der Suche nach einer neuen Stelle war gab es auch ein paar „Haben-Wollen“ Momente. – Wenn auf den ersten Blick alles passt: die potenziellen Kollegen sehen auf den Facebook-Posts nett aus, die Aufgaben hören sich spannend und nicht mehr so einseitig an und dann liegt die Firma auch noch fußläufig zur eigenen Wohnung. Jackpot!

In einer Nachtschicht noch das Anschreiben fertig gemacht und irgendwann um ein Uhr ein wenig aufgeregt auf „abschicken“ gedrückt. In der ersten Woche hat man dann noch das Handy griffbereit. Wenn diese vorbei ist  wartet man: manchmal Tage, oft Wochen, manchmal auch Monate. Frustrierend.

Nun sitze ich auch auf der anderen Seite – als HR Managerin. Wenn ich die Zeit hätte, würde ich gerne jedem Bewerber innerhalb einer Woche Feedback geben, denn ich habe Respekt vor allen Wechselwilligen, die Mühe in die Bewerbung stecken. Das geht oft leider nicht, manchmal aus internen Gründen oder einfach weil sehr viele Bewerbungen auf einmal reinkommen.
Mein guter Vorsatz für das neue Jahr war es deshalb, ein Tool zu finden, welches dem Bewerberprozess der webguerillas mehr Speed gibt und Social Media fähig ist. – Bisher läuft die Abwicklung über E-Mail Postfächer und das ist bei unserer Unternehmensgröße nicht mehr machbar.

Im Check waren u.a. folgende Systeme: Dvinci von Delphi, Talentlink von Lumesse, Taloom von Softgarden, Check-In von Perbility und Sage.
Wichtig waren uns Kosten, Usability, standortübergreifender Einsatz, Datenschutz, Implementierungs- und Hosting-Gebüren, Anpassung an die neue Firmenwebseite und die Möglichkeit einen Talentpool aufzubauen.

In der ersten Runde schieden Dvinci und Lumesse aus. Die Systeme sind beide sehr benutzerfreundlich und haben Schnittstellen zu anderen Personalsystemen wie SAP etc., sind aber für kleine mittelständische Unternehmen meiner Meinung nach recht teuer, bzw. lohnen sich erst ab 10.000 Bewerbern pro Jahr.
Nach ein paar technischen Schwierigkeiten in der Online-Präsentation stellte sich bei Sage heraus, dass das System nur schwer mit Apple/ Mac kompatibel ist, somit blieben nur noch Taloom von Softgarden und Check-In von Perbility übrig. Beide Lösungen sind gut gemacht, die Kundenberater haben mir alle Fragen beantworten können und es war genügend Zeit und ein Probesystem da, um alles im Vorfeld auszutesten. Die Möglichkeit fast jedes Format hochzuladen und die gute Handhabbarkeit waren dann die Nuance mehr, die den Ausschlag für Taloom gegeben haben.

Nun arbeiten wir auf Hochtouren an der Implementierung, damit wir euch noch schneller zum Bewerbungsgespräch einladen oder in unseren Talentpool aufnehmen können.