Endlich mal was wo ich auch mitreden kann. Die New York Times (NYT) suchte vor einem Monat einen Social Media Editor, der sich in erster Linie um die Kommunikationsstrategie der NYT auf den neuen Kanäle wie Twitter, LinkedIn, Facebook& Co kümmern sollte.
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Die Wahl für die Position als Social Media Beauftragte fiel auf Jennifer Preston (@NYT_JenPreston), die davor als Editor für regionale Themen zuständig war und deren Social Media Erfahrungen sich tatsächlich auf das Minimum beschränkten, so sagte sie selbst in einem Interview mit dem Observer:

Everyone recognizes that there is tremendous opportunity with these social media sites to use them to make our journalism stronger. … I’ve just been playing around with it for the last few weeks—Twitter, Facebook, Digg, Del.icio.us—to figure out how we can just use these tools.

picture-11Jonathan Landman, New York Times Deputy Maniging Editor, hatte die Bekanntgabe für Prestons Jobwechsel unmittelbar danach getwittert . Mit seinem Statement über Preston’s fehlende Erfahrungen im Bereich Social Media schien er ganz verständnisvoll. “She’s not an expert to start with, but I don’t think that’s a terrible handicap here in real ways. Nobody’s an expert.”

Schön und gut, aber schauen wir doch mal der Realität ins Auge. Blickt man auf das Twitterprofil von Frau Preston mit knapp über 9.000 Follower, muss man sich ernsthaft fragen, was das mit Social Media Expertise zu tun hat. Der letzte veröffentlichte Tweet liegt genau einen Monat zurück! Daraufhin stellte Mashable heute die folgende Frage:

“Muss ein Social Media Editor, denn auch Social Media nutzen?”

Die Antwort ist klar und deutlich und bekommt meine volle Unterstützung.

More importantly, here at Mashable (Mashable) we believe that participating in social media is a way of life. You can’t fake it; you can’t write for a gadget blog if the thought of a new iPhone doesn’t send shivers down your spine, you can’t write about cars if you couldn’t care less what hunk of metal you’re driving, and you cannot be a social media editor if you’re not interested in sites such as Twitter and Facebook (Facebook). It seems to us that this is often the case with old school media publications such as the New York Times; they’d like to participate, they know they must embrace these new communication channels, but they get themselves to care about them. We’ll give Jen the benefit of the doubt here; perhaps she was just very busy lately and will return to tweeting soon.

Mit “keiner Expertise” in einen Job zu starten, kann man in Anbetracht der Tatsache, dass im Bereich Web2.0 noch niemand auf eine fundierte Expertise zurückblicken kann, wohl nachvollziehen, aber “keine Expertise” bedeutet für mich, dass man in der Lage sein muss, sich diese in den nächsten Wochen und Monaten zu erarbeiten. Und dreimal dürft ihr raten, wie das am besten funktioniert?
Richtig: Einfach nur machen! (Danke an dieser Stelle an Rob Nikowitsch, der mir diesen entscheidenden Tipp für allgemeine berufliche Fragen gegeben hat.)
Ich glaube fest daran: Nur derjenige, der sich auf den neuen Plattformen und Communities selbst bewegt und Kanäle wie Twitter nutzt, kann auch verstehen, wie die User bzw. die Kommunikation unter den Usern funktioniert. Schwimmen lernt man ja eben auch nicht durchs Zuschauen vom Ufer sondern im Wasser!

Nahja, vielleicht braucht Frau Preston ja noch ein wenig Zeit, bis sie es wenigstens wöchentlich schafft 140 Zeichen über ihren stressigen Alltag loszuwerden. Die Hoffnung2.0 stirbt ja bekanntlich zuletzt.