Allgemein / Guerilla Marketing

Fragen einer Diplomandin 5: Guerilla Marketing und Kosten.

13 Mai 2006
Von

Eine Frage der Philosophie?!
Immer mehr Großkonzerne investieren größere Budgets in Guerilla Marketing, wenn sie von dessen Wirksamkeit überzeugt sind. Was denkt Du als Experte: Ist die Devise „Geiz ist geil“ im Guerilla Marketing oberste Maxime oder darf Aufmerksamkeit auch etwas kosten? Wenn nein, warum nicht?
Wenn ja, entspricht das noch den Grundzügen des ursprünglichen Guerilla-Gedanken? Greift die Bezeichnung „Guerilla Marketing“ dann noch oder gibt es deiner Meinung nach dafür eine alternative treffendere Bezeichnung?

„Geiz ist geil“ heißt in unserer Sprache „Ideen sind sexy“! Nein, Spaß bei Seite: Um Guerilla Aktion professionell und wirkungsvoll umzusetzen, bedarf es immer eines gewissen Investments: und sei es in essentielle, aktionsbegleitende Maßnahmen wie PR. Dennoch weiß ich, aufgrund unserer Studie zu alternativen Werbeformen, dass viele Unternehmen solche Investments scheuen bzw. glauben, nur mit ihrer (vermeintlich) guten Idee, Berge versetzen zu können. Unsere Erfahrung zeigt, dass dies nicht funktioniert. Jede Guerilla Aktion benötigt nicht nur ein Mindestmaß an Lautstärke bzw. Virulenz, sondern auch eine bestimmte Größe und verlangt professionelles Handling.

guerilla-marketing-pumaDas wünscht sich jeder Auftraggeber: mit ein paar Pappschildern für Furore sorgen. Beim Länderspiel Deutschland – Italien funktionierte es prächtig: über 10,5 Millionen Zuschauer am Bildschirm wurden erreicht, und Puma war lange Zeit das Gesprächsthema … nicht nur bei den Fans (eine Aktion der webguerillas).

Auch mal 50 oder 100 Tausend Euro für eine nationale Guerilla Aktion in die Hand zu nehmen widerspricht, meines Erachtens, auch nicht dem ursprünglichen Guerilla-Gedanken „möglichst geringer Mitteleinsatz, möglichst große Wirkung“. Denn im Vergleich mit herkömmlichen Werbemethoden sind Guerilla Aktionen allemal effizienter. Man muss sich ja nur ansehen, was reichweitenstarke Printwerbung oder ein 30 Sek. Spot in der Prime Time heute kosten. Da ist man schnell in der gleichen Größenordnung, ohne jedoch wirklich etwas zu bewegen. Mit der Summe aber würde jeder clevere Werbeguerillero die ganze Republik auf den Kopf stellen …

Lycos Hundeskanzler
Witzige Story, mediengerechte Bilder, geringes Budget und trotzdem großer Erfolg: dafür steht die Aktion „Lycos Hundeskanzler“ der webguerillas. Nicht zuletzt wegen der hervorragenden Pressearbeit. 2.500 Papphunde (Gesamtbudget: 16.200 Euro) schmückten kurzzeitig die Villen der damaligen Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber (Abbildung) und Gerhard Schröder. Und waren am nächsten Tag in bedeutenden Tageszeitungen zu sehen. Einige übrig gebliebene Hunde wurden am Ende noch auf ebay versteigert, was fast zu einer vollkommenen Refinanzierung der Aktion geführt hat.

Lycos Hundeskanzler Presse

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Buzz Marketing

Peta mag kein Fleisch…

10 Mai 2006
Von 3 Kommentare

…und packt dafür Menschen in die klassische Fleischverpackung. Aufsehenerregend und schön umgesetzt.

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Creative Criminal_PETA.jpg

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Allgemein / Viral Marketing

Einfach, einprägsam, witzig: gute virale Spots von Apple.

10 Mai 2006
Von 1 Kommentar

mac-spot
Mit die besten Spots, die ich seit langem gesehen habe. Einfach, einprägsam, wirklich witzig – und in Folge dessen mit viel viralem Potenzial: die neuen PC/Mac-Spots im Stil der legendären Switch-Kampagne.

apple: switsch-kampagneApple: switch-kampagne_ellen-feiss

Jeder hat das Zeug zum Star. Das bewies die Switch-Kampagne aus dem Jahre 2002. Mit reichlich Charme und Humor erklärten die Protagonisten (Leute von der Straße) damals in Werbespots, wieso sie keine PCs mögen – und lieber mit nem Apple Macintosh arbeiten. Die Studentin Ellen Feiss war eine von ihnen: „Einmal habe ich eine wichtige Arbeit am PC meines Vaters geschrieben“, erinnert sie sich. „Doch plötzlich macht der PC Piep, Piep, Piep, Piep…“

Diese Pieps machten sie berühmt … Und lösten eine riesige Sympathie-Welle aus. Es gründeten sich Ellen-Feiss-Fanclubs. Webseiten und Prinmedien beschäftigen sich mit der Studentin und versuchten Fragen zu klären wie: „Is she stoned?“ („Wired“) oder „Welches Sweatshirt trägt die Studentin?“ Andere komponierten einen Ellen-Feiss-Song (Titel: iSwitch). Oder machten sich die Mühe, Ellen-Feiss-Fotos aus der Grundschule rauszukramen.

Mit so einer Lawine ist diesmal wohl nicht zu rechnen. Nichtsdestotrotz ist Apple mit diesen Spots wieder mal ein Meisterwerk gelungen.

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Allgemein / Viral Marketing

Bob Log is da shizzle.

09 Mai 2006
Von

Hey. Die ham`s drauf!

Da guckt man dann mal hier oder hier und hat auf einmal das Gefühl, dass wäre eine virale Aktion von Sony. Kurz recherchiert, erfährt man, dass Herr Bob Log ein durchaus enrstzunehmender Musiker ist. Mit ner Platte.

Da hatte ich wohl eine ernstzunehmende musikalische Lücke. Schade eigentlich. Wollte grad schon anfangen, ein Loblied auf diese geile Aktion zu singen. Dann halt nicht. Mahlzeit.

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Allgemein / Viral Marketing

Viral Marketing: vom bloßen Reichweitenbringer zur viralen Verkaufsmaschine.

08 Mai 2006
Von

&Es gibt eine Entwicklung beim Viral Marketing, die vollzieht sich fast unmerklich. Um so wichtiger ist es, sich ihrer bewusst zu werden. Ich meine damit die zunehmende Bedeutung ganz bestimmter viraler Instrumente im Marketingmix und deren unterschiedliche Ausprägung bzw. Zielrichtung:

Heißt: vor wenigen Jahren hatten virale Aktionen hauptsächlich den Zweck zu erfüllen, Reichweite, Bekanntheit und Image für die absendende Marke zu erzeugen – dies bekanntlich: möglichst schnell und kostengünstig durch die Einbindung von Multiplikatoren (… selbst das ist schon wahnsinnig schwierig!). Dies allein reicht vielen Auftraggebern aber heute nicht mehr. Man stellt sich die Frage: Wenn ich mit meiner Werbebotschaft schon mal auf dem Bildschirm der Zielgruppe bin, warum dann nicht gleich in den Dialog einbinden oder sogar direkt zum Kaufabschluss führen?

Im Falle viraler E-Mercials geschieht dies z. B., indem am Ende eine Probefahrt gebucht werden kann. Bei Mary Woodbridge Co. wird der Link zur Marke oder zum Marken-Shop prominent integriert. Viele Social Networks basieren entweder per se auf einem kostenpflichtigen Modell oder bieten Usern während sie durchklicken zum richtigen Zeitpunkt das richtige (Kauf-) Angebot an. Und auch virale Aktionen wie Adgames oder entertaining Microsites sind heutzutage immer häufiger so konzipiert, dass mit ihnen direkt verkauft wird.

Viraler Mantel, salesorientierter Kern: Ein aktuelles Beispiel hierfür ist die Kampagne „Halbieren ist machbar“, welche die webguerillas für den Mobilfunker Simyo entwickelt haben.

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Handytarife sind kompliziert und teuer. Man vollzieht selten 100-prozentig nach, wie viel welches Telefonat kostet und wie viele der gebuchten und pauschal bezahlten Telefonminuten man wirklich abtelefoniert hat. – Diese Website sorgt für Aufklärung.

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Hat jemand Lust, eine Wassermelone mit der Motorsäge zu halbieren? Der Vodafone-Tower steht als Halbierungsobjekt leider nicht mehr zur Verfügung, da hatten einige Anwälte was dagegen …

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Halbinos, Halbwissen, Halbstarke: Alles nur Zwischenstufen auf dem Weg zur Halbierung der Mobiltelefonier-Kosten. Nachzulesen auf der Aktionsseite.

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Danke für die Lorbeeren!

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Bereits nach 10 Tagen über 1.000 Presseveröffentlichungen. Die Aktion kommt offensichtlich nicht nur bei der Zielgruppe an.

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