Guerilla Marketing

Ist Guerilla Marketing nur für junge Zielgruppen geeignet?

28 Feb 2006
Von

Ist ein iPod nur was für junge Leute, oder dürfen Best-Ager mit ihm auch mal Klassik oder Deep Purple hören? Sind Wertpapiere nur was für Finanzexperten, oder kann es auch Volksaktien geben? Werden TV-Spots nur für naive Menschen gemacht, oder gibt es vielleicht auch Zuschauer, die übers Fernsehen intelligent angesprochen werden wollen?

Schubladendenken passt nicht in die heutige Zeit. Und Guerilla Marketing lässt sich in keine Formel pressen. Guerilla Marketing ist eine nach hinten offene Denkweise – ein Prinzip, das sich so oder anders auflösen lässt. Nur nicht langweilig.
guerilla-marketing-zielgruppen

Mehr Infos und Fallbeispiele zum Thema „Guerilla Marketing“ hier und hier.

Allgemein

International Business Denglish

24 Feb 2006
Von 1 Kommentar

Business English, learning-by-doing – ein kleines „How-To“ (benötigt Quicktime)

Mehr Infos und Fallbeispiele zum Thema „Virales Marketing“ hier und hier.

Allgemein

Schafft endlich diesen World Press Photo Award ab!

24 Feb 2006
Von 1 Kommentar

Zwei Wochen trag ich es jetzt mit mir rum. Wusste nicht, ob ich endlich mal den Mund aufmachen soll, oder ob mir – wie in jedem Jahr – wieder einfach nur die Worte fehlen. Ich versuch’s. Ich tu’s. Ich lasse meinem Zorn über die alljähriche Prämierung der World Press Photos nun freien Lauf.

Zum Hintergrund: In diesem Jahr ist ein Bild des kanadischen Fotografen Finbarr O’Reilly mit einer Mutter und ihrem hungernden Kind als bestes Pressefoto des Jahres 2005 ausgezeichnet worden. Es entstand am 1. August in Tahoua im Nordwesten von Niger, wo eine Hungersnot herrschte. Und zeigt die Hand eines hungernden Kindes auf dem Mund seiner Mutter.
world_press_photo_award

Foto: AP

Begründet hat die Jury die Wahl damit, dass dieses Bild „Schönheit, Horror und Verzweiflung“ in sich vereint.

WENN ICH SO WAS LESE, LÄUFT MIR DIE GALLE ÜBER.

Und zwar leider jedes Jahr. Denn im letzten Jahr wurde ein nach der Tsunami-Katastrophe 2004 aufgenommenes Bild einer verzweifelten Inderin zum besten Pressefoto des Jahres gekürt. Und irgendwann davor das Foto des Vaters, der sein Kind im Kuwaitkrieg vor einem Gasangriff schützen wollte. Auch erinnere ich mich an das Kolumbianische Kind, das vor den Augen der Kameras im Schlamm versank.

Natürlich sind (Foto-) Reportagen wichtig, um die Öffentlichkeit zu informieren. Ob sie etwas bewegen? Da habe ich doch erhebliche Zweifel. Denn Fotos hungernder (afrikanischer) Kinder sieht die Welt nun schon seit Jahrzehnten. Aber geändert hat sich nix.

Was ich aber absolut unerträglich finde, ist die Art und Weise, wie die Jury mit ihrer Begründung das Leid anderer ästhetisiert („Schönheit, Horror und Verzweiflung in sich vereint“). Oder ist es nicht megazynisch, dass die Auszeichnung auf dem Hunger der Menschen basiert? Offensichtlich haben es Kinderfotos aus unseren Breiten wieder einmal nicht bis in die Endauswahl geschafft. Was mir zeigt, dass die Wahl eindeutig von der Horror-Komponente lebt.

Es ist doch der Inbegriff von Einfallslosigkeit, dass die Jury regelmäßig Bilder aus Krisengebieten oder generell Fotos notleidender Menschen prämiert. Da geht es nicht um Aufklären, da hat die Jury doch nicht das Anliegen, Bewusstsein wachzurütteln. Sondern, da wird bewusst prämiert, was einen gewissen Schockgehalt besitzt.

Ich bin nicht gänzlich gegen eine Prämierung, sondern primär dafür, die ästhetisch überragenden Bilder bei der Bewertung von denen mit stärkerem Info-Gehalt zu trennen. Also: Schafft endlich diesen World Press Photo Award ab! Und erfindet gefälligst einen neuen.

Guerilla Marketing

Guerilla Marketing: ein Begriff hat Inflation.

23 Feb 2006
Von

Wie die Aktionen der politischen Linken und die Greenpeace-Einsätze wurde auch das Guerilla-Theater zum Medienereignis, womit sich einmal mehr die Affinität von Guerilla und Medien bzw. öffentlicher Aufmerksamkeit erweist. Esquire, Newsweek, New York Times, Washington Post, Time und Vogue erschienen regelmäßig mit Beiträgen zum Guerilla-Theater.

Aber noch eine andere Parallele tat sich auf. Denn das Guerilla-Theater wurde durch die öffentliche Aufmerksamkeit fix zum Modebegriff. Und sehr schnell schmückte sich fast jede freie Truppe und Strömung, die gewöhnliches Straßentheater aufführte, mit dem attraktiven Guerilla-Label. Dies ist bis heute, das will ich später noch an einigen Beispielen darlegen, so geblieben:

Selbst einfache Promotoren, die mit Sandwichtafeln auf Fußgängerzonen durch die Gegend ziehen, bezeichnen sich selbst als Werbeguerilleros oder werden von der Öffentlichkeit als solche angesehen. Selbst ausgewiesene Fachmedien jonglieren mit dem Begriff nach Belieben und gehen alles andere als souverän mit dem Thema um. Und von der Beratungsqualität der meisten Agenturen, die sich plötzlich mit Guerilla-Federn schmücken, ganz zu schweigen. Guerilla Marketing: ein Begriff hat Inflation … und findet genau darin den gefährlichsten Gegner.

Pappguerilleros

Die schönsten Tage für einen Werbeguerillero sind die, an denen reihenweise Freunde und Kunden anrufen und mailen, wie toll die Aktion ist, die man gerade macht. So ein Tag war der 16. Mai 2003. Mit dem kleinen Haken: die Guerilla-Aktion, für die ich an diesem Tag so viel Lob erhielt, war nicht von uns.

Trotzdem: Die Anrufe hatten mich neugierig gemacht, so dass ich gleich einen Photographen losschickte, um zu checken, was da los war. Das Ergebnis haute mich schlichtweg vom Hocker …

Mehr Infos und Fallbeispiele zum Thema „Guerilla Marketing“ hier und hier.

Guerilla Marketing

Guerilla Theater: „Hit & Run“.

22 Feb 2006
Von

guerilla-theater-berlin
Guerilla-Theater gegen Räumungsklagen auf den Straßen Berlins (die echte Polizei kam später)

Eine Guerilla-Bewegung, die auf ganz andere Art die Guerilla-Taktik kopierte, kristallisierte sich Mitte der Sechzigerjahre in den USA heraus. Es handelte sich um eine politische Straßentheaterbewegung, die Anfang der siebziger Jahre vierhundert Gruppen zählte und bald unter dem Namen „Guerilla-Theater“ gehandelt wurde. Sie verstand sich als Teil der neuen Gegenkultur, die sich in der Hippie- und Studentenbewegung der Sechzigerjahre herausgebildet hatte. Das Guerilla-Theater weist verblüffende Parallelen zu heutigen Offline Guerilla Aktionen auf und ist durchaus als Vorstufe dessen zu sehen.

Die Theoretiker des Guerilla-Theater beriefen sich in ihren Aktionen z. B. auf Che Guevara und andere Strategen des Partisanenkriegs und definierten ihr Theater in direkter Analogie zum Befreiungskampf der Vietcong.

Da war das Theater eines Marc Estrin, das sich nicht als Theater oder Aufführung zu erkennen geben sollte. Die Taktik des Verstellens, die im Guerilla-Kampf eine große Rolle spielt, wird hier besonders praktiziert. Der Effekt: Überraschung, Schock, erhöhte Aufmerksamkeit, vor allem aber Nachdenklichkeit, wenn sich die ohnehin schon absurden Alltagszenen, die Marc Estrin auf der Straße inszenierte, als bloßes Schauspiel enttarnten.

Das Guerilla-Theater hingegen bei Ronny Davis und Richard Schechner setzte auf konventionelle Straßenaufführungen. Aber die waren zugleich so organisiert wie ein Guerilla-Kampf. So entwarf Schechner ein Szenario, bei dem eine Stadt den ganzen Tag lang mit zum Teil illegalen, unangemeldeten Aufführungen einer Strategie theatraler Nadelstiche ausgeliefert wird. Diese Strategie baute auf die Zermürbungstaktik der Guerilla und inszenierte Che Guevaras Hauptregel des irregulären Kampfes: „Hit & Run“ (Beißen und Ausreißen).

Auch Greenpeace nutzt noch heute regelmäßig Guerilla-Theater-Aktionen im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit: Beispielsweise führte die Greenpeace Gruppe Aachen 2003 unvorangekündigt das Märchen „Schneewittchen und die 7 Zwerge“ vor dem Kaufhof auf und informierte die Passanten über die Pestizid-Belastung der Waren.

greenpeace-guerilla-theater

Die böse Alte hat Schneewittchen mit einem Pestizid-vergifteten Apfel (von Kaufhof) vergiftet

Mehr Infos und Fallbeispiele zum Thema „Guerilla Marketing“ hier und hier.