Guerilla Marketing / Viral Marketing

Guerilla Marketing goes online.

16 Feb 2006
Von 4 Kommentare

Die Greenteams waren übrigens auch eine der ersten, die online aktiv wurden: und zwar nicht nur, um Protestnoten an Politiker und Wirtschaftsbosse zu senden, sondern auch, um ihre Gegner clever auszutricksen.

So brachte die Umweltorganisation im Januar 2001 den Mineralölkonzern TotalFinaElf gegen sich auf s. hier. Der Grund des Zwistes war diesmal aber nicht die Besetzung einer Bohrinsel oder die Blockade eines Tankers, sondern die niederträchtige Vereinnahmung einer Internet-Domain. Wer nämlich www.oil-of-elf.de in das Adressfeld des Browsers eingab, landete nicht bei TotalFinaElf, sondern bei einer speziellen Greenpeace-Website.

greenpeace-elchDort wiederum wurde eingehend über die Aktivitäten des Konzerns in Russland informiert. „Bonjour ELF – Gute Nacht Sibirien“ titelte die Umweltschutzorganisation ihren Beitrag und berichtete über die „tägliche Umweltkatastrophe“ in russischen Ölfördergebieten. Dies gingen TotalFinaElf nun ganz und gar nicht runter wie Öl. Jedenfalls sah sich der Konzern genötigt, eine strafbewehrte Unterlassungs- und Verpflichtungsaufforderung an Greenpeace zu schicken, weil die Umweltorgansation durch die Nutzung der Domain das Namensrecht von TotalFinaElf verletze.

Es kam zum Prozess, bei dem Greenpeace schließlich die weitere Nutzung der Domain untersagt wurde. Dennoch hatte der Konzern den Schaden: Denn der Prozess sorgte für eine breite öffentliche Diskussion über die Missstände in TotalFinaElf-Fördergebieten im sibirischen Russland.
elf-aktion

Seitdem ist Greenpeace vielfältig im Netzt vertreten und permanent mit Viral- und Guerilla-Aktionen aktiv. Wie etwa mit diesen:

Greenpeace Viral Spot „Klima“

Greenpeace Viral Spot „Nuclear“

Greenpeace Viral Campaign „Aliens“

Greenpeace Blog

Mehr Infos und Fallbeispiele zum Thema „Guerilla Marketing“ hier und hier.

Allgemein

Google Video ist da!

15 Feb 2006
Von

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Hui. Seit neuestem scheint die Video Suche von Google auch hier in Deutschland zu funktionieren. Ein weiterer Kick Off Point für virale Spots, würd`ich mal sagen.

Ein schöner Grund, den Griffel mal wieder beiseite zu legen. Und sei es nur um auf niedrigstem Niveau abzubrüllen.

Mehr Infos und Fallbeispiele zum Thema „Online Marketing“ hier und hier.

Guerilla Marketing

Subversion, Provokation, Entertainment: Beim Guerilla Marketing ist alles erlaubt.

14 Feb 2006
Von

Noch etwas ist typisch für Greenpeace und zugleich Baustein jeder erfolgreichen Guerilla-Aktion: der Sinn für Subversion, Provokation sowie für kreative und unorthodoxe Aktion. Da springen Aktivisten vom Kühlturm und wird in farbenprächtigen Kostümen protestiert – da wird der Berliner „Gold-Else“ eine Gasmaske gegen Ozonsmog aufgesetzt und eine Züricher Ausfahrtstraße mit Grasmatten in eine Wiese verwandelt.

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Greenpeace-Einsätze sind „Unterhaltung“ auf hohem Niveau. Diese Aktionen zeigen aber auch, was speziell für politisches Guerilla Marketing oberstes Gebot sein sollte: Die Guerilla-Aktionen dürfen nicht nur spektakulär sein, sie müssen auch gesellschaftliche Relevanz besitzen.

Mehr Infos und Fallbeispiele zum Thema „Guerilla Marketing“ hier und hier.

Online

Google schmeißt BMW raus (und lässt sie wieder rein).

09 Feb 2006
Von 2 Kommentare

Google hat BMW vom Index gestrichen – weil die Münchner ihr Ranking durch bekannte Tricks zu verbessern versuchten.

Das hat für eine Flut an negativer PR gesorgt. Obwohl der Schaden sich in Grenzen halten wird; die meisten Leute werden denken: „Da hat sich einer bei BMW etwas aufschwatzen lassen“, nach dem Motto „Wir bringen euch in den Rankings nach ganz oben“. Man fragt sich eher nicht: „Gehen die auch beim Autobauen auch so vor?“.

Google gibt folgende Richtlinien vor:

Qualitätsrichtlinien – Grundprinzipien:

  • Erstellen Sie Seiten für Benutzer und nicht für Suchmaschinen. Versuchen Sie nicht, Ihre Nutzer zu täuschen, und bieten Sie Suchmaschinen keine Inhalte an, die Sie nicht auch für die Nutzer verwenden. Dies wird als „Cloaking“ bezeichnet.
  • Vermeiden Sie Tricks, die das Suchmaschinen-Ranking verbessern sollen. Beachten Sie die folgende Faustregel: Sie sollten kein schlechtes Gefühl haben, wenn Sie einer konkurrierenden Website Ihre Vorgehensweise erklären sollen. Eine weitere hilfreiche Frage lautet: „Nutzt dies den Besuchern meiner Site? Würde ich das auch tun, wenn es keine Suchmaschinen gäbe?“

Qualitätsrichtlinien – Konkrete Empfehlungen:

  • Vermeiden Sie verborgenen Text und verborgene Links.
  • Vermeiden Sie Cloaking oder irreführende Umleitungen.
  • Senden Sie keine automatischen Abfragen an Google.
  • Vermeiden Sie es, Seiten mit irrelevanten Wörtern zu überfrachten.
  • Erstellen Sie keine doppelten Seiten, Subdomänen oder Domänen, die im Grunde denselben Inhalt haben.
  • Vermeiden Sie den Einsatz von „Brückenseiten“ (Doorway-Seiten), die speziell für Suchmaschinen erstellt werden, oder andere „Cookie-Cutter-Techniken“ wie z. B. Partnerprogramme mit keinem oder nur wenig eigenem Inhalt.

Gegen diese Richtlinien wird ständig verstoßen. Wir können es nur begrüßen, dass Google angekündigt hat, auch im deutschsprachigen Raum gegen solche Tricks vorzugehen – mit BMW als Paradebeispiel. Robert & Horst hat schon immer von solchen Praktiken abgeraten, getreu dem Motto „Content is King“. Die richtigen Inhalte, korrekt aufbereitet und dargestellt, setzen sich letztlich immer durch, gegebenenfalls unterstützt von klassischen Maßnahmen, viralen Elementen und PR.

Brainwash gibt es jetzt seit ein paar Wochen. In den Logfiles ist mir aufgefallen, dass jemand über eine Googlesuche nach „guerilla marketing kaffee“ auf unsere Seite gelangt ist. Das war vielleicht nicht genau das, was der Besucher gesucht hat. Aber immerhin ist es nachvollziehbar, warum Google ihn dorthin geleitet hat. Unser Tracking hat auch gezeigt, dass der Besucher anschließend fünf weitere Seiten bei Brainwash angeschaut hat – die Inhalte waren eben nicht weit vom gesuchten Thema weg.

Interessant ist allerdings das erste Suchergebnis, das Google anzeigt: Eine Unterseite der „Guerillamarketing Agentur“ Huckleberry Friends AG. Auf der gesamten Website finde ich weder etwas über Guerilla Marketing, noch über Kaffee – außer in URL und Seitentitel.

http://www.huckleberry-friends.de/Guerilla_marketing/Guerilla-Werbung/guerilla-marketing-agentur/guerilla-massnahmen-deutschland.html
guerilla marketing agentur | HUCKLEBERRY FRIENDS AG | guerilla werbung deutschland | guerilla massnahmen | guerillamarketing spezialagentur internet

Kein Wunder, wir sehen ja auch nicht, was Google sieht: nämlich diese Seite. Eine Menge interessante Inhalte, die uns vorbehalten werden. Die meisten aufgelisteten URLs verweisen auf eine Kopie der gleichen Seite, z.B. http://www.dienstleistung-werbung.de/. Eine Google Sitesuche zeigt 20 Doorway Pages allein für die Hauptdomain, alle mit verstecken Inhalten! Da hat sich offensichtlich jemand große Mühe gegeben.

Damit sind schon fünf von sechs Empfehlungen von Google missachtet worden (zu automatischen Abfragen an Google können wir nichts sagen). Die Frage bleibt, ob sich das Ganze wirklich lohnt. Es mag sein, dass ich mehr Hits von Google erhalte. Dagegen wird die Bouncerate (Anteil von Besuchern, die die Seite sofort wieder verlassen) sehr hoch sein, da die Website den Erwartungen des Users nicht gerecht wird. Zum Vergleich zeige ich hier die Bouncerates und Durchschnitts-Betrachtungszeiten für die zehn meistbesuchten Seiten auf Brainwash.

Brainwash Bouncerates

Hier sehen wir, sehr zu unserer Freude, extrem hohe Durchschnittszeiten, und niedrige Bouncerates. Wir setzen deshalb weiterhin auf erstklassigen Content – aus unserem erfahrenen Autorenstamm.

Mehr Infos und Fallbeispiele zum Thema „Online Marketing“ hier und hier.

Guerilla Marketing / Viral Marketing

Unerträglich! Und verwerflich? Heimliche Postings, Chat Attacks & Co.

09 Feb 2006
Von 2 Kommentare

Es nimmt zu, auch wenn nur Einzelfälle ans Tageslicht kommen: die heimliche Manipulation in Chatrooms, Foren und jetzt auch in Blogs. Unter dem Deckmantel „Online Guerilla“ werden subversiv Statements platziert, User beeinflusst und Meinungen gemacht. Von fleißigen Studenten, die im Auftrag der Agenturen Meinungen posten oder von eifrigen Vertriebsmitarbeitern selbst, die ihrem Produkt auf diese Weise Wettbewerbsvorteile sichern wollen.

Auch wir erhalten regelmäßig Anfragen nach solchen Diensten, weshalb ich heute dieses Thema zu Diskussion stellen will: Sind sog. Chat Attacks/heimliche Postings verwerflich? Erzielen sie überhaupt einen Effekt? Was, wenn die Aktion auffliegt? Und, und, und …

Eines vorweg: Wir lehnen diese Art von Meinungsmache grundsätzlich ab und nehmen darum auch keine diesbezüglichen Aufträge an. Aber nicht, weil wir denken, dass es gegen einen Ehrencodex verstößt, sondern weil wir nicht an die Wirkkraft solcher Aktionen glauben. Und weil der Schaden im Falle der Aufdeckung immens größer ist, als der Nutzen, den die Aktion jemals haben könnte.

Die User – insbesondere die Bloggerszene – sind sehr aufmerksam geworden, wenn es darum geht, „Meinungs-Spam“ in ihren Communities aufzuspüren. Das ist auch gut so, wenngleich man aufpassen sollte, dass hier keine Hexenjagd entsteht. Denn, jetzt mal unabhängig davon, dass solche Posts auf Dauer nur nerven und die echte Diskussion behindern: Wirklich neu oder verwerflich sind solche Manipulationsversuche doch nicht. – Ich weiß, für diese Position werde ich mir wahrscheinlich einen Satz heißer Ohren einfangen, darum will ich meinen Standpunkt kurz begründen:

Verdeckte Manipulation von Verbrauchern gibt es seit langem – und in allen Variationen: subversives Product Placement, bezahlte Promotion Strecken (nicht nur in Fachmagazinen) oder Lobbying hinter den Kulissen. Usus, seit es einen Markt für Marketing/Werbung/Meinungsbildung gibt.

persil70.jpg Und auch auf echt getrimmte Werbung durch professionelle Lobhudler ist doch seit jeher gang und gäbe: Nur heißen die gemieteten Fürsprecher z. B. in der Promi-Werbung „Testimonials“. Ihre Liebe zum Produkt ist verlogen – aber dem (gutgläubigen) Publikum wird das Gegenteil suggeriert … Ist das nicht das gleiche Prinzip wie bei den Chat Attackern im Internet? Dafür zahlen Konzerne Millionenhonorare – nur werden Beckenbauer, Feldbusch & Co. deshalb öffentlich an den Pranger gestellt oder als Plagegeister deklariert? – „Da weiß man’s doch“, denken Sie? Da bin ich anderer Meinung. Insbesondere dann, wenn Günther Jauch seinen treuesten Blick aufsetzt, den Fuß auf den Bierkasten stellt und dazu aufruft, gemeinsam (durch mehr Bierkonsum) den Regenwald zu retten. Irgendwie glaubt man ihm das schon, dem Günther.

Von den zigtausend erfundenen „Alltags-Testimonials“, die uns medienübergreifend vorgaukeln: „Ich kaufe x, weil ….“ oder „Ich lese y, denn …“, gar nicht erst zu reden. Denen sieht man (als Laie) nun wirklich nicht an, dass sie aus einer Bilddatenbank kommen und wahrscheinlich gar nicht wissen, wo ihr Bild mit welchem Text für welches Produkt eingesetzt wird. – Ist das nicht genauso fragwürdige Werbung unter dem Deckmantel der Realität?

suchmaschinenoptimierung Oder wie stehen Sie zu Suchmaschinen-Optimierung? Fast jedes Unternehmen, das im Internet Geschäfte machen will, versucht doch mit allen Tricks die „objektiven“ Ergebnislisten der Suchmaschinen zu verfälschen. Verächtlich oder nicht ganz so schlimm?

Genau aus diesen Gründen finde ich heimliche Postings/Chat Attacks zwar extrem einfallslos und dumm, aber nicht wirklich fragwürdig! Denn getarnte Werbung, die vorgibt „wahr“ zu sein, ist schon seit Jahren fest im Marketingmix etabliert.

Mehr Infos und Fallbeispiele zum Thema „Virales Marketing“ hier und hier.