Viral Marketing

Die virale Gänsehaut

23 Jan 2006
Von 2 Kommentare

Während Neandertaler noch höchst eindrucksvoll die Keule schwang, um seinen Grunzern Nachdruck zu verleihen, muss man heute schon tief in die Trickkiste greifen, um noch irgendjemanden hinter dem Ofen hervorzulocken. Manchmal genügen aber auch ganz einfache Hebel, um zu faszinieren und zu bewegen. Dass es nicht immer selbstgedrehte Peinlichkeiten oder die miesesten Unfälle (die man ganz bestimmt nicht sehen will) sein müssen, hat Sony letztes Jahr sehr erfolgreich bewiesen. Mit einem echten Gänsehaut-Spot.

bravia werbung Zur Einführung der neuen „Bravia“-Fernseher von Sony hatte der dänische Regisseur Nicolai Fuglsig die einmalige Idee, 250.000 bunte Hüpfbälle in die Straßen von San Francisco zu schütten, um auf diese Weise die Farbqualität der BRAVIA Reihe zu verdeutlichen.

Natürlich tragen die astreine Umsetzung und die perfekt Musikauswahl ihren Teil dazu bei, aber der Grundgedanke des Spots, dieser verwirklichte Kindheitstraum, ist so stark, dass man ihn immer wieder und wieder erleben möchte. Und nicht nur das. Man möchte dieses Erlebnis teilen. Denn dann ist es gleich doppelt so schön. Nach und nach und ganz nebenbei etabliert sich der gefuchste „Teiler“ oder auch „Verteiler“ in seinem Freundes- und Bekanntenkreis als eine Art „Mr. Internet“, der immer Bescheid weiß und cooles Zeug scheinbar magnetisch anzieht. Was für ihn freilich schon ein wenig schmeichelhaft und erstrebenswert ist.

Irgendwie hat Sony spitzgekriegt, dass „Verteiler“ allesamt auf Hupfbälle stehen.

PS: Einen neuen Fernseher habe ich mir zwar nicht gekauft, aber die Hupfballindustrie kann sich über meinen Großaufttrag von 200 Exemplaren freuen.

Und hier geht`s zur website mit Spot und Co.

„sepiatone“ hat auf flickr ein paar Privatfotos zur Verfügung gestellt.

Mehr Infos und Fallbeispiele zum Thema „Virales Marketing“ hier und hier.

Guerilla Marketing

Tschuldigung, Sie haben da ein Imageproblem.

23 Jan 2006
Von

Guerilla-Methoden sind also nicht neu. Sie werden schon seit Jahrhunderten bei militärischen Konflikten angewandt. Weshalb der Begriff „Guerilla“ auch üblicherweise direkt mit einem militärischen Zusammenhang assoziiert wird. Leider auch von vielen Marketingentscheidern, die Guerilla-Aktionen a priori ablehnen – eben des Begriffes wegen (s. auch unsere Studie zum Thema).

Tatsache ist jedoch: Guerilla Marketing bedient sich zwar der taktischen Elemente der Guerilla, ohne jedoch selber kriegerische Absichten zu verfolgen. Es ist in Wirklichkeit nicht halb so gefährlich wie der Name klingt. Schließlich will der Guerillero ja die Sympathie des Publikums bzw. der Medien gewinnen und keine Konfrontation mit ihnen. Es ist raffiniert, unkonventionell, überraschend, funktioniert mit einfachen Mitteln und verläuft (offline) nach dem Prinzip „Hit & Run“.

Cyberprofit Eine immer gültige Definition? Hmh, ist mir, ehrlich gesagt, noch nicht eingefallen! Ist vielleicht auch nicht ganz einfach für etwas, das selber Grenzen sprengen will. Und im Zuge der Medienvielfalt sind ja obendrein Guerilla Aktionen mit komplett unterschiedlichen Wesenszügen entstanden. Aber, wenn ich eine geben muss, dann ist es diese:

„Guerilla Marketing ist ein Werbeprinzip, das raffiniert, unkonventionell, überraschend und mit einfachen Mitteln funktioniert. Guerilla Aktionen verlaufen spektakulär, um die Aufmerksamkeit eines bestimmten Zielpublikums sowie der Medien zu gewinnen und deren Mitteilungsbedürfnis anzuregen, damit so die Botschaft weiter verbreitet wird.“

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Guerilla Marketing

Strategien aus der Schmuddelecke?

21 Jan 2006
Von

Wie kommt das Marketing in den Untergrund? Wie kommt es dazu, sich mit einem so subversiven Begriff wie „Guerilla“ zu verbinden? Marketing steht schließlich nicht gerade für Subversion, Provokation, Untergrund. Dann schon eher für Publicity, heile Welten und profitorientiertes Unternehmertum.

Neununddreißneunzig Oder ist die Glamour-Welt der Agenturen, Marken und Konzerne nur eine Fassade? Nur ein Tarnnetz, das den kriegerischen Charakter des Marketing vor der Öffentlichkeit verbirgt? Vielleicht hat Kultautor Frédéric Beigbeder ja Recht, wenn er in seinem Insiderroman „99 Francs“ behauptet: „Werbung ist Krieg.“ Marketingleute und Agenturen seien nur Soldaten in einem globalen Feldzug: für die Marke, gegen die Wettbewerber und um die Gunst der Verbraucher. Teil einer Schlacht, in der Vertriebsmannschaften an der Front agieren, Kampagnen abgeschossen werden und mit aller Gewalt um Zielgruppen und Marktanteile gekämpft wird.

Wohl nicht zufällig gibt es ja auch Marketing-Theorien, die sich unmittelbar an der herkömmlichen „Kriegsführung“ orientieren. „Marketing War-Fare“ von Jack Trout zum Beispiel aus den Sechziger Jahren heißt ein Klassiker der Wirtschaftsliteratur. „Kampfstrategien für Unternehmen“ (Barrie James, erschienen im Verlag Moderne Industrie, Landsberg) kam erst kürzlich auf den Markt. Und beschwört Strategien wie Wirtschaftskrieg, Abschreckung und Bündnisbildung als ultimative, wenn auch „etwas aggressive“ Lösung.

Also, ich finde, die Herren haben die Bodenhaftung verloren. Und in der Wortwahl gehörig daneben gegriffen. – Will die Schmöker jemand gratis haben, werfe aus Prinzip keine Bücher weg …?!

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Guerilla Marketing

Das Prinzip.

20 Jan 2006
Von

Im Krieg sind es meist kleinere Gruppen, die Guerilla-Taktiken anwenden. Einfach deswegen, weil sie nicht die Mittel haben, auf konventionelle Weise wirkungsvoll gegen einen überlegenen Feind anzukämpfen. Ihr Hauptziel ist es vielmehr, mit Hilfe unkonventioneller Angriffe eine physische und psychische Situation zu schaffen, die fremde Eindringlinge oder herrschende Machthaber zu Konzessionen zwingt.

Aber Guerilla-Taktiken werden nicht nur zur Verteidigung, sondern, wie historische Beispiele zeigen, auch zum Angriff eingesetzt, beispielsweise im Kampf der Ostgoten und Hunnen gegen das Römische Reich. Genauso bei den Wikingern, als sie England und Frankreich überrannten, sowie Mongolen-Feldzug, der sie von Asien aus bis nach Mitteleuropa führte. Beispiele aus der jüngeren Geschichte sind der Große Marsch unter Mao Tse Tung (1945 – 1949) sowie der Sieg Fidel Castros auf Kuba (1958). Beides sind Konflikte, die für die sozialrevolutionäre Guerilla stehen, weshalb sie in der Ikonografie der Neuen Linken besondere Bedeutung besitzen.

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Viral Marketing

Auf den Auslöser kommt es an, nicht aufs Medium.

20 Jan 2006
Von

Beneton Kampagne Dass über eine Marke, über eine bestimmte Produktleistung oder über ein Unternehmen gesprochen wird, kann jeder beeinflussen. Wenn man bestimmte Regeln beachtet und dabei versteht: Viral Marketing ist nicht bloß eine weitere Werbeform, sondern eine Strategie/ein Prinzip!

Sixt Kampagne mit Angela Merkel Ein Prinzip, das seine Initialzündung überall erfahren kann: in der Zeitung, im Fußballstadion oder im Internet. Sicher erinnern Sie sich noch an die hier abgebildeten Beispiele. Hierbei handelt es sich eben genau nicht um „normale“, erklärende Werbung, sondern um Werbebotschaften, die fast ausschließlich darauf abzielen, dass man über sie spricht.

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