Liest man die Presse der letzten Monate scheint es im Moment keine größere Gefahr für die Sicherheit des Bürgers zu geben, als Google und Facebook. Die Internetgiganten sind der Albtraum jedes Datenschützers und das wird auch gerne so präsentiert. Von “sammelwütigen Datenkraken” ist da die Rede, die persönliche Profile der Nutzer erstellen und sinistre Geschäfte damit treiben. Datenschutz ist DAS Thema 2010! Schaut man aber genauer hin, scheint das bei der breiten Masse der Internetnutzer nicht angekommen zu sein – und genau hier wird’s interessant.
Die Gefahr, dass private Daten öffentlich gemacht werden, geht nämlich nicht nur von den Internet-Dienstleistern aus, sondern häufig von den Nutzern selbst. So laden gelangweilte Mütter bei Fotogewinnspielen gerne mal Bilder ihrer nackten Sprösslinge hoch, weil die ja ach so niedlich sind und natürlich, weil tolle Sachpreise winken. Bei Facebook landen die Bilder des letzten Zechgelages inklusive getaggter Teilnehmer in öffentlichen Fotoalben, obwohl nur wenige Klicks nötig sind genau das zu verhindern.
In der Datenschutzdiskussion verkennen viele: Die Internetnutzer selbst müssen dafür sorgen, dass ihre Offline-Identitäten auch adäquat ins Web übertragen werden. Kein Mensch käme in der Offline-Welt auf die Idee, flüchtigen Bekanntschaften private Familienfotos des letzten Geburtstages zu zeigen oder bei Gewinnspielen Bilder von sich und seinen Kindern einzuschicken. Im Internet jedoch geschieht das fast sekündlich. Da werden dann schon mal Hunderte von Freundschaftsanfragen bestätigt, ohne die Menschen dahinter zu kennen – nur damit eine virtuelle Farm gedeiht. Das diese eigentlich Unbekannten im ungünstigen Fall jetzt am eigenen Privatleben teilnehmen, scheint wenigen klar zu sein.
Ist es jetzt die Aufgabe von Netzwerk- oder Gewinnspielbetreibern diese „Netzinkompetenten“ vor sich selbst zu schützen, obwohl das durchaus ihren eigenen Interessen widersprechen könnte? Oder muss vielmehr dafür gesorgt werden, dass der „Internetbürger“ besser auf die Regeln und Gefahren der Datenautobahn vorbereitet wird, beispielsweise mit einem Internetführerschein? Ein Mindestmaß an Verkehrsregeln sollte man schließlich beherrschen, wenn man nicht unter die Räder kommen will. Es ist also die Frage, wie viel Selbsbestimmung bei der informellen Selbstbestimmung am Ende übrig bleiben soll – eine Frage über die man vortrefflich streiten kann. Wollen wir?

Endlich mal jemand der den Kern des Problems herausstellt! Nicht die sozialen Netzwerke sind das Problem, sondern der allgemein zu wenig informierte Nutzer, der sorglos und blauäugig mit seinen Daten umgeht!
Der Internetführerschein ist wahrscheinlich übertrieben, aber die Aufklärung darüber wie sich Daten im WWW verbreiten und wie ein Soziales Netzwerk funktioniert wären durchaus sinnvoll!
Mir kräuseln sich die Nackenhaare wenn ich mitbekomme wie leichtsinnig Freunde und Bekannte mit ihren privaten Daten im Netz verfahren. Spricht man sie darauf an wissen sie oft nichtmal dass es Möglichkeiten gibt diese Daten vor Unbefugten zu schützen oder gar wie man das macht!
Halte das für ein ganz wichtiges Thema und denke dass dies ein Ansatz wäre das Problem an der Wurzel zu packen. Kriminelle Energien wird es immer geben, im offline Leben haben wir ja alle gelernt mit Gefahr umzugehen, online ist der Weg eben noch etwas weiter …
[...] zu tun. Wohl aber mit der digitalen Welt. Dort haben wir auch ein Recht auf Privatsphäre. Man mag mir entgegenhalten, dass das Private nicht ins Netz gehört, das gilt aber nur für Menschen, die die digitale von der physikalischen Welt abtrennen können. [...]