Die grüne PR-Krise2.0 geht in die zweite Runde, auch Spiegelonline hatte heute morgen bereits darüber berichtet, jedoch den Tsunami-Werbespot mittlerweile wieder entfernt! Hier gibt es das offizielle Entschuldigungs-Video vom WWF Präsidenten Carter Roberts, in dem er sich im Namen des WWFs für die bedenkliche Tsunami-Kampagne, die fälchlicherweise als Kampagne des WWF-Brasil ausgegeben wurde, öffentlich entschuldigt.

Auch der One Club in New York reagiert auf die allgemeine Debatte und beschuldigt die Agentur DDB Brasil, dass sie die Kampagne fälchlicherweise als Auftragsarbeit für den WWF Brasil ausgezeichnet hat. Als Konsequenz darauf, möchte der One Club zukünftig allen Agenturen, die Arbeiten ohne Zustimmung ihres Kunden einreichen, mit einer Sperrung an sämtlichen Awards von bis zu fünf Jahren bestrafen.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wer trägt hier Schuld, bzw. wer möchte den schwarzen Peter anderen zustecken? Es ist wie immer. Keiner hat was gewusst, jeder ist Opfer der anderen Parteien. Der WWF Brasil beteuerte zunächst, dass er die Kampagne nach der Vorstellung der DDB Brasil sofort abgelehnt hat, während die DDB Brasil die Kampagne offiziell als Auftragsarbeit für den WWF Brasil ausgibt, die auch von ihm so abgenommen wurde. Sowohl der WWF als auch die DDB Brasil haben sich in den letzten Tagen inhaltlich von der Message der Print- und TV-Werbung distanziert. Laut Aussage der DDB Brasil sind die verantwortlichen Kreativen für die Kampagne auch bereits nicht mehr Teil der Agentur, obwohl der bis heute amtierende Executive Creative Director Sergio Valente des DDB Brasil bei allen Awardeinreichungen der Kampagne namentlich genannt wird. Alles sehr merkwürdig!

Mir kommen sämtliche Beteiligte wie ein Haufen aufgescheuchter Gänse vor, die vor lauter Geschnatter ihr eigenes Wort nicht mehr verstehen. Keiner möchte zugeben, dass hier die Dinge außer Kontrolle gelaufen sind. Das ist meiner Meinung nach ein perfektes Zeichen dafür, dass die Kommunikation sowohl untereinander und somit auch nach außen nicht funktionieren kann.

horizontnet-one-club-geht-gegen-award-kreationen-vor_1252417213677Wenn man solche Sätze im aktuellen Horizontartikel liest, dann möchte man wirklich an jeglicher Glaubwürdigkeit zweifeln.

„Für den DDB-Fall gibt es keine Entschuldigung“, sagt ein One-Show-Juror, der nicht namentlich genannt werden will, gegenüber internationalen Medien. „Wenn die Agentur die Arbeit nur kreiert hat, um damit Awards zu gewinnen, sollte sie sich schämen.“

Ein solches Statements anonym von sich zu geben, ist ein Armutszeugnis, genau wie die Message der Kampagne selbst.

Hintergründe zum ganzen Fall gibt es hier.