facebook-cartoon-1Unbedachte Äußerungen in Social Networks können im schlimmsten Fall zur Kündigung führen. Dies zeigt ein Fall, den ein Gericht des US-Bundesstaates Connecticut im vergangenen Jahr zu entscheiden hatte. Hier klagte ein Lehrer, dessen Vertrag von der Schulbehörde nicht verlängert worden war, weil sich die Schüler über Unterhaltungen des Lehrers (unter den Profilnamen Mr. Spiderman und Apollo 68) auf MySpace beschwert hatte. Dort hatte der Lehrer einen Schüler – ersichtlich scherzhaft – damit gedroht, ihn so lange nachsitzen zu lassen, dass seine „Urenkel es beenden werden müssen “. Die Beschwerde von mehreren Schülern führte letztendlich dazu, dass der Vertrag des Lehrers nicht verlängert wurde. Die Klage des Lehrers wurde jedoch mit der folgenden Begründung abgelehnt, da die Äußerungen von ihm auf MySpace nicht in den Bereich der freien Meinungsäußerung („Free Speech“) fällt.

Der amerikanische Fall zeigt, dass gedankenlose Postings in Social Networks zu arbeitsrechtlichen Schwierigkeiten führen kann. Nach deutschem Recht ist dies nicht anders zu beurteilen!

Wer Social Networks oder Twitter nutzt, sollte immer daran denken, dass möglicherweise Vorgesetzte oder Kollegen mitlesen. Selbst wenn man keine „Follower“ aus dem Unternehmen hat, darf man nicht unterschätzen, dass „Tweets“ an Kollegen oder Vorgesetzte
weitergeleitet werden. Im Klartext sagt hier Rechtsanwalt Niko Härting:

„Wer sich über Vorgesetzte auf Facebook, MySpace, Twitter oder ähnlichen Seiten kritisch äußert, sollte sich über arbeitsrechtliche Sanktionen nicht wundern.“

Pläne über einen Jobwechsel gehören ebenfalls nicht in Social Networks. Fakt ist nämlich folgender: Ein Arbeitgeber, der über Facebook oder andere Social Networks mitbekommt, dass ein krankgeschriebener Mitarbeiter sich mit Freunden trifft, ins Kino geht oder ausgiebig Sport treibt, kann die Infos für eine Abmahnung verwenden. Genau das trifft es auch bei unerlaubten Aktivitäten auf Social Networks während der Arbeitszeit zu. Da es sich bei den Social Networks in der Regel um „private“ Plattformen handelt, ändert dies nichts an der Verwertbarkeit im arbeitsrechtlichen Streitfall.

Es ist daher für mich sehr erstaunlich, wie oft Bekannte, die noch in einer festen Anstellung stehen, über ihre Statusupdates kommunizieren, dass sie auf Jobsuche sind bzw. ihren Unmut über den aktuellen Arbeitsplatz verlauten lassen. Auch wenn man das eigene Social-Network-Profil durch Privateinstellungen bis zu einem gewissen Maße nur bestimmten Usern zugänglich machen kann, lässt sich nicht mit Sicherheit ausschließen, dass Äußerungen in Social Networks an Kollegen und Vorgesetzte weitergetragen werden.