Social Media – diese Bezeichnung lässt ja vieles hoffen: Medieninhalte von Menschen für Menschen, die nur so vor Nächstenliebe und Wohltätigkeit strotzen. Onlinejunkies, die auch im realen Leben kommunikativ und sozial sind. Einfach Leute, die online und offline gerne sozial interagieren und den Kontakt zu anderen Menschen aktiv suchen. Aber was steckt wirklich dahinter? Vielleicht ja auch graue Mäuse, die Scheu vor wahren Kontakten haben und sich lieber hinter einem perfekten Profilbild verstecken, um wenigstens ein bisschen sozialen Kontakt zu haben.

Die Frage ist: Wie sozial ist es, ständig und überall das Smartphone zu zücken, um noch schnell einen Tweet zu versenden? Oder der Freundin zu sagen „Du Schatz, ich komm etwas später. Muss noch meinen Blogartikel fertig schreiben.“ Würden Social-Media-User, die online Rettet-den-Regenwald-Gruppen beitreten oder zu sozialem Engagement aufrufen, auch einer alten Frau über die Straße helfen? Geben sie fremden Menschen auch so schnell die Hand wie sie auf den „Freundschaft anbieten“-Button klicken?

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Eine amerikanische Studie hat ergeben, dass Social-Media-User tatsächlich sozialer sind. 27,6 Prozent der amerikanischen Social-Media-Nutzer geben an, dass ihre Offline-Beziehungen durch Social-Media-Interaktion profitierten. Fast ein Drittel sagen, sie würden durch Social Media ermutigt, Dinge zu tun, die sie sich zuvor nicht trauten. So so. Daher kommt es also, dass man von den verrücktesten Menschen angesprochen wird und eindeutig zweideutige Angebote erhält. Ist das die Definition von sozial? Fremde Menschen als „Freunde“ zu „adden“, um sie dann mit Farm-Ville-Einladungen zu terrorisieren? Oder noch vor dem Traualtar und Sekunden vor dem Hochzeitskuss die Twittergemeinde von dem einschneidenden Erlebnis Hochzeit zu berichten? Hhmm…

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Aber das sind ja zum Glück alles nur Extrembeispiele, oder?