Marketing und Kommunikation – im Unternehmensumfeld bedeutet dies vor allem Interaktion mit dem Kunden. Auf seine Probleme zu achten, genauso wie seine Zufriedenheit sicher zu stellen. Der Social Media Bereich bietet Unternehmen dabei Möglichkeiten von denen sie noch vor wenigen Jahren nicht einmal zu träumen wagten. Die vielen Informationsquellen die sich dem Marketing neu erschließen, das Profiling von Benutzern auf Communities und die direkte und ungefilterte Möglichkeit Rückmeldungen der Kunden zu sammeln, lassen das Web 2.0 zu Recht als Low Budget CRM-Baukasten erscheinen.

Doch wie steht es um die deutschen Unternehmen? Wissen sie dieses verlockende Angebot auch anzunehmen? Wissen sie überhaupt um ihre Möglichkeiten?

Furcht und Schrecken

Diese und ähnliche Fragen bilden die Grundlage für eine aktuelle Studie zum Thema „Web 2.0 in Unternehmen“, durchgeführt vom Deutschen Institut für Kommunikation und Recht im Internet (DIKRI), der Unternehmensberatung Brain Injection und Studenten der Cologne Business School.

Ganze 21,1% der befragten Personen verstehen nach eigenen Angaben nicht, was sich hinter dem Begriff Web 2.0 überhaupt verbirgt und erschreckende 11% würden nicht einmal Blogs oder Communities – ohne Zweifel Kernelemente von Social Media – dem Thema Web 2.0 zuordnen. Derartige Zahlen verwundern nicht, wenn man bedenkt, dass 40% der Befragten kein eigenes Profil in egal welcher Community besitzen.

Werden Social Media Tools überhaupt genutzt, so meist für die Personalsuche oder Personenrecherche. 34% der Unternehmen setzen dabei auf die Plattform XING. Die Mehrheit der Befragten (rund 51%) gab jedoch an, in absehbarer Zeit keine Social Media Aktivitäten zu starten.

Solche Zahlen lassen sich eigentlich nur mit mangelndem Wissen um und fehlender Erfahrung mit dem Social Media Bereich erklären. Eine Portion Respekt ist nie verkehrt, wenn man sich einer neuen Medienwelt gegenüber öffnet, wird doch Social Media häufig als eine der größten Revolutionen im Marketing- und Kommunikationsbereich angesehen. Hier lassen sich jedoch auch Furcht, Desinteresse und zweifellos mangelndes Wissen herauslesen. Furcht vor allem vor einer zu weiten Öffnung gegenüber dem Kunden. Unternehmen sind damit weiterhin Gefangene einer Push-Mentalität, die dem Konsumenten und seiner Umwelt immer weniger gerecht wird.

Stell dir vor, es gibt eine Revolution, und niemand geht hin.

So drastisch diese Zahlen die Situation in Deutschland auch schildern mögen, sie zeigen eine Chance. Wer als Innovator am Markt auftritt und ohne Furcht aber mit Mut und Konsequenz auf die neuen Formen von Kommunikation und Marketing zugeht, kann sich einen Platz an der Spitze erobern. Dies ist gleichzeitig eine Herausforderung wie auch eine Gelegenheit für jedes Unternehmen, dass sich ernsthaft mit seinen Kunden auseinandersetzen möchte.

Die gesamte Studie ist übrigens auch als Download kostenlos verfügbar.