Man kennt das ja (nicht nur aus südeuropäischen Ländern): Da heizen schon die 14jährigen im Affenzahn auf ihren Enduros durch die engen Gassen der Dörfer und Städte. Der Blick cool, der Auspuff abgesägt und der Helm am Arm.

Solche und ähnlich Bilder will das spanische Verkehrsministerium (DGT) nicht mehr sehen. Deshalb appelliert es derzeit an das Sicherheitsbewusstsein der Auto- und Motorradfahrer und versucht sie mittels spektakulärer Installationen zum Anschnallen bzw. Helmtragen zu bewegen.

dgt

An acht hochfrequentierten Plätzen in Madrid werden beispielsweise drastische Unfälle „nachgebaut“ und der Öffentlichkeit wie auf dem Präsentierteller dargereicht. So krass, dass man sich als Passant gar nicht erst vorstellen will, wie die Crashs ausgegangen sind.

Genau dieses Schockerlebnis verstärkt die Wirkung der eigentlichen Botschaft, welche auf einem Pappschild daneben geschrieben steht: „Dank Sicherheitsgurt oder Helm sind die Unfallopfer gerettet worden“, ist dort zu lesen, auch wenn man es kaum glauben mag.

Die Reaktionen der Passanten sind extrem unterschiedlich, jedoch nie gleichgültig. Den einen ist das Spektakel zu provokant, die anderen finden’s auf den Punkt. Einig sind sie sich allerdings darin, dass die Kernbotschaft rüberkommen muss.

Sicherheit im Straßenverkehr und das Einhalten von Geschwindigkeitsbegrenzungen sind speziell in Südeuropa ganz wichtige Themen. Darum versuchen die institutionen schon seit Jahren, mit zielgruppenaffinen Maßnahmen das Verhalten leichtsinniger Verkehrsteilnehmer zu verändern. Insbesondere jüngere Menschen stehen zunehmend im Mittelpunkt der Kampagnen, weshalb man auch auf alternative Anspracheformen, wie Internet-Virals, setzt. Hier zwei Beispiele: