bvdw-logoIn einer Pressemitteilung von heute gibt der BVDW (Bundesverband Digitale Wirtschaft e.V.) bekannt:

„Neben der turnusmäßigen Wahl neuer Gremienleiter hat die Fachgruppe (FG) Agenturen im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. in der letzten Sitzung mit Buzz & Viral auch einen neuen Arbeitskreis (AK) aus der Taufe gehoben. Leiter des neuen AKs, der sich mit der Information und Integration von Buzz & Viral sowie dessen Akzeptanz und Sinnhaftigkeit im deutschen Markt befasst, ist Markus Willnauer (Value Mountain Media). Erstmals in eine AK-Leitung sind Stefan Bauer (Marit AG) für den AK Qualität und Sascha Martini (Neue Digitale in Berlin) für den AK Zukunftstrends gewählt worden. …

… Ziel des frisch aus der Taufe gehobenen AKs Buzz & Viral ist die Darstellung der Möglichkeiten mit den neuen Instrumenten der Kommunikation erfolgreich zu arbeiten sowie die Erarbeitung grundsätzlicher Werte und Normen. In diesem Zusammenhang wird sich der AK u.a. den Fragen annehmen, wie und warum Buzz & Viral die traditionellen Marketing-Konzepte verändert und welche Richtlinien Kampagnen erfüllen sollten. Dazu wird es zeitnah einige Projekte, wie einer Video-Reihe zur Erklärung von Buzz & Viral und die Prämierung der beste Buzz & Viral Marketing Kampagne des Monats auf der BVDW-Website geben.“

Besser spät, als nie. Allerdings muss man sich schon fragen, in welcher Welt die Verbandsverantwortlichen bisher gelebt haben: Erste Blogs gibt es, meines Wissens, seit Anfang der 90er Jahre. Und spätestens mit Beginn dieses Jahrtausends wird die Internetwelt entscheidend von Diensten geprägt, denen das Prinzip „Mundpropaganda“ zu Grunde liegt. Statt sich jetzt noch ein paar Jahre mit der Frage zu beschäftigen „… wie und warum Buzz & Viral die traditionellen Marketing-Konzepte verändert“, wäre es vielleicht angebrachter zu prüfen:

  • Wie sieht Markenführung in einer atomisierten Kommunikationslandschaft aus?
  • Wie kann man Plattformen wie Twitter, flickr, facebook & Co. konkret im Rahmen von Kampagnen nutzen?
  • Gibt es in Zukunft überhaupt noch Kampagnen in der bisher bekannten Form oder eher Kommunikationsmodule, die einer Leitidee folgen?
  • Wie sehen Erfolgsprognose und -messung aus?
  • Welche neuen Anforderungen kommen auf Agenturdienstleister zu?
  • Und in welcher Form müssen Bildungssystem und Arbeitgeber darauf reagieren?

Das sind doch die Fragen, die relevant sind und nach Antworten schreien. Lieber BVDW, nicht noch einmal 10 Jahre vergeuden, um Dinge zu diskutieren, die wirklich „Asbach Uralt“ sind.

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