
Bevor ich loslege, ich bin also die Neue hier, heiße Vee, bin 26 Jahre und offizielle Diplom Online Journalistin. Ich bin seit März bei den webguerillas und hauptsächlich für den Bereich Social Media zuständig. Meine Fundstücke über die neusten Social Media-Tools und Entwicklungen werde ich ab sofort hier auf Brainwash kräftig durchschleudern.
Stellenausschreibungen zum Community Manager findet man hierzulande immer häufiger. So möchte doch in Zeiten der Twittermania und Facebookfiebers kein Unternehmen mehr auf die eigene Community verzichten. Die Frage, die sich stellt, ist somit vorprogrammiert: Welche Eigenschaften sollte ein Community Manager mitbringen?
Stuart Foster, Marketingberater aus Boston, der sich auf Markenbildung, Social Media und Blogging spezialisiert hat, hat für den Social Media Guide Mashable die fünf wesentlichen Punkte zusammengeschrieben:
1. Die Liebe zum eigenen Job!
So banal dies auch klingen mag, wenn ein Community Manager nicht 100%ig hinter seinem Job steht, wird er früher oder später an diesem scheitern. Geduld und absolute Loyalität gegenüber seiner Community sind oberstes Gebot. Die Community steht immer im Vordergrund. Entscheidungen sollten somit am besten immer direkt mit der Community diskutiert werden und sowieso nur im Sinne der Community gefällt werden.
2. Begeisterung andere zu begeistern.
Getreu dem Motto “Nur wer brennt, kann auch entzünden” sollten Community Manager nicht nur selbst hinter ihrem Produkt bzw. der Marke stehen, sondern andere Menschen dafür begeistern können. Es langt also nicht, witzigen bzw. informativen Content anzubieten. Damit eine Community lebt, braucht man begeisterte Menschen, die mit Begeisterung Emotionen zum Produkt bzw. der Marke transportieren.
3. Schneller und flexibler Support.
Eine Community benötigt einen Wert oder ein besonderes Image. Dies verlangt aber auch Verbindlichkeit. Zuhören, diskutieren, manchmal mit Strategie, manchmal ohne. In Communities geht es oft um die Live-Kommunikation. Strategien sind zwar bis zu einem gewissen Grad sinnvoll, aber am Ende des Tages entscheiden die Communitymitglieder selbst, welche Strategie hier gefahren wird. Wer einen 9to5 Job sucht, ist hier sicherlich nicht richtig aufgehoben. Social Media lebt eben nun mal von einer schnellen und direkten Kommunikation, die nicht von Freitag bis Montag eingefroren werden kann.
4. Witzige, mitreißende und offene Persönlichkeit.
Community Manager müssen nicht nur das jeweilige Unternehmen bzw. die Marke innerhalb der Community repräsentieren, sondern in erster Linie authentisch sein. Eine standartisierte, feingeschliffene Schreibe, die keinen Raum für die eigene Persönlichkeit lässt, ist ein absoluter Social-Killer. Ein Community Manager muss Lust haben, offen auf die Leute zuzugehen und sich mit ihnen auf einer persönlichen Ebene auszutauschen. Erst dann gewinnt die Community die gewünschte soziale Kompenente, die den klassischen Customer Service revolutioniert.
5. Kenntnis über das Unternehmen bzw. die Marke selbst.
Als Community Manager ist man nicht selten der erste Ansprechpartner, der vom Kunden oder zumindest den Communitymitgliedern wahrgenommen wird. Von daher ist es wichtig, hier schnell auf Fragen reagieren zu können und diese natürlich so gut wie möglich zu beantworten. Grundlegende Kenntnis über das Unternehmen sind somit mindestens genauso wichtig, wie die Authentizität, die ein Community Manager beim Beantworten von Fragen wahren muss. Auch hier gilt die Regel: Selbstüberschätzung wird bestrafft. Wer eine Antwort nicht selbst geben kann, muss intern nachfragen oder den Kontakt zu dem richtigen Ansprechpartner und dem fragenden Communitymitglied herstellen. Community Management verlangt also auch Informations- und Wissenaustausch.
Mein persönliches Fazit:
Die Punkte klingen auf den ersten Blick sehr trivial, bilden aber letztendlich die Kernbasis guten Community Managements. Allerdings wird es für die meisten Firmen schlicht und ergreifend unmöglich sein, alle Entscheidungen nach den Wünschen der Community zu fällen. Hier wäre es schon ein großer Schritt in die richtige Richtung, wenn man die Entscheidungen mit der Community diskutiert und den gefällten Entschluss auf Augenhöhe innerhalb der Community vertritt und auch hier Raum zum Dialog bietet. Die Communitymitglieder wollen nicht nur mitentscheiden, sondern vor allen Dingen auch wissen, wieso Entscheidungen getroffen wurden. Die wohl größte Herausforderung stellt sich darin, die Brücke zwischen Corporate Identiy und Personal Identiy zu schlagen. Eine Community setzt sich nun mal aus Leuten zusammen, die das jeweilige Unternehmen bzw. die Marke spannend finden, doch der Community Manager muss natürlich auch “gemocht” werden. Trotzdem bringt es nichts, wenn dieser am Ende zum Alleinunterhalter der Community wird und das Unternehmen bzw. die Marke völlig in den Hintergrund rückt.
Hach, da isse ja, die Vee!
Hätt ich nicht gedacht dass ich dein Kürzel so schnell in einem meiner RSS-Feeds wieder finde. Schönes Feld hast du dir da ausgesucht, ein nettes Umfeld ebenso.
Viele Grüße,
Christoph Bauer
[...] Ich weiß noch, wie er meinte: „Community Manager ist der Zukunftsberuf schlechthin“. Nun erläutern die Webguerillas, welche Voraussetzungen man mitbringen muss, um ein (guter) Communit…. Teile und [...]
Gut geschleudert!
Nur interessehalber: Hast du den FH-Studiengang in Darmstadt absoviert?
Das Fazit bringt es auf den Punkt, Vee. Ich arbeite selbst als Community Manager bei einem Startup. Ich sehe die fünf angeführten Punkte auch eher als Common Sense an, bzw. habe ich die Erfahrung gemacht, dass es genau so ist. Vor allem Punkt Drei erscheint mir absolut wichtig. Ich habe einige unserer User in meinem privaten Skype-Account und tausche mich mit ihnen manchmal auch über ganz triviale Sachen aus (Wie ist das Wetter, wie läufts beim Studium?) – insofern sie mich darauf ansprechen bzw. das Bedürfnis nach Kommunikation signalisieren. Und natürlich kann das auch mal abends um elf sein oder am Sonntagnachmittag.
Was die Unternehmensentscheidungen nach Kundenwünschen angeht, so muss das ganze natürlich skalierbar sein. Wenn man bspw. eine Community mit tausenden heavy Usern hat, dürfte es kaum mehr möglich sein, auf alle Wünsche einzugehen, es sei denn, alle wünschen das gleiche (s. Facebook). Dann ist es sicher sogar ein Gebot, auf die User zu hören (vgl. Palfrey/Gasser; Born Digital, Kapitel Privacy, glaub ich). Ansonsten empfiehlt es sich, eine kleine Gruppe an Leadern unter den Usern zu identifizieren und in Kontakt mit denen zu bleiben. Oder aber man bietet zu entscheidenden Entwicklungsschritten (Relaunch der Website) eine Form von Information und teilweiser Mitbestimmung. Utopia aus München hat das beispielsweise neulich (wenn ich das richtig mitbekommen habe) einen Chat mit ihrer Technikabteilung veranstaltet, bei dem es um ein kommendes Redesign ging. In meinen Augen eine sehr sinnvolle Art, customer relations zu pflegen und eine Kundenbindung herzustellen. (Okay, das hätte jetzt auch ein eigener Blogeintrag werden können …)
[...] Webguerillas geben eine (wie mir scheint) etwas einfache Antwort auf die Frage Was braucht man zum Community Manager?, die allerdings auf den 5 Essential Traits for Community Managers von Mashable [...]
[...] Was braucht man zum Community Manager? | brainwash | Blog über Guerilla Marketing | webguerilla… – Artikel zur Frage, wie die Betreuung einer Community aussehen sollte, die fünf Punkte beschreiben im Grunde einen modernen Concierge für Netzorte. [...]
WOW, hört sich ganz nach meinem Traumjob an: Immer am Puls der Zeit, Innovatives & Ideen mit KD austauschen, eine erfahrbare Nähe zum Kunden und ein Produkt / eine Leistung mit der man sich identifiziert und dementsprechend kommunizieren kann…!
Schönes Fazit! Grüße!
[...] Was braucht man zum Community Manager? [...]
interessanter Artikel
Eine sehr gut zu deinem Artikel passende Frage ist mir kürzlich auch in einem Interview rund um das Thema Community Management gestellt worden:
“Was sind für dich die wichtigsten Skills die jemand haben muss um diesen Job erfolgreich durchzuführen?”
Ich denke wichtig ist vor allem ein gesunder Menschenverstand, eingehende Menschenkenntnis und gute kommunikative Fähigkeiten. Wenn auch die Weiterentwicklung der Community Teil des Jobs ist, sei es inhaltlicher oder technischer Natur, sind wir schon fast bei der vielbeschworenen Eierlegenden Wollmilchsau angekommen. Wenn ich mich recht erinnere, hattest du dazu neulich ein tolles Schaubild gefunden… Dabei geht es m.E. aber weniger darum, auf allen Gebieten ein Spezialist zu sein, sondern viel mehr um den Überblick über das große Ganze und die richtigen Kontakte zu den Fachspezialisten sowie natürlich auch zu der Community Manager-Szene.
Hi,
diese 5 Punkte sind das Grundgerüst eines jeden CMs. Ohne diese Voraussetzungen würde er früher oder später eingehen.
Ich arbeite seit mehreren Jahren als CM für Online-Spiele. Wenn man seine Arbeit und die Community nicht liebt und mit voller Seele dabei ist, dann erreicht man nur recht wenig und schadet der Community sogar damit.
In einer Community willst du gesehen werden. Man muss eine wirklich gute Menschenkenntnis haben, vertrauenswürdig sein und vorallem auch zeigen, dass man menschlich ist und somit auch irgendwo auf einer Ebene mit dem User steht. Dann werden auch kleine Fehler schnell verziehen. Der User muss das Gefühl haben, wenn er mit einem Admin oder CM redet, dass dieser sich auch wirklich für das Problem an sich interessiert, dass ihm jemand zuhört und er keine auto-reply bekommt.
Wenn der User erstmal Bezug zur Community hat und auch schon ein oder zwei Mal mit einem CM geredet hat, verbindet das noch mehr, als das Produkt der Webseite selber.
Nichtsdestotrotz ist ein Leben als CM nicht einfach. Teilweise könnte man es auch als Sozialarbeiter bezeichnen. Wobei ich hier wohl mehr vom Standpunkt Spieler-Admin ausgehe, da dort die Kontakte enger sind als zb. bei Facebook-Usern. Es gehören auf jeden Fall starke Nerven und viel Geduld dazu und das geht nur ganz schwer, wenn man den Job nicht liebt.
My 2 cents Ilona
Ist das nur fur manager? Ich bin essay writer und finde es sehr gut fur reporters auch. Wie meinen Sie?
[...] Berufe aus der Unternehmenskommunikation, den ich wie die Branchenkollegen von E-Plus, den webguerillas oder der Krones AG [...]
Hallo! Ich bin seit zwei Jahren CM ohne überhaupt zu wissen, dass das ein Beruf sogar mit Bezeichnung ist : ) Habe damit angefangen, weil ich begeistert von Cornelia Funke bin (Autorin) und gesehen habe, dass sie keine spanische Community pflegte. Sie war sofort einverstanden und hat mir alles schnell ermöglicht. Hatte ein wenig Bedenken am Anfang, weil ihre CM von der Dt. und Eng. Seite, ihre eigene Schwester ist, und ich einfach niemand war. Trotzdem hat alles fast immer perfekt geklappt und in meinem Fall (Zielgruppe Kinder und Jugendliche) hat sich mein Leben sehr bereichert. Bin als Beruf Lektorin für Spanisch an der Uni (halbe Stelle) un langsam gebiesse ich diesen Nebenjob regelrecht.
Liebe Grüße an alle CM. Ich wünsche Euch allen weiterhin viel Begeisterung, damit alle “common sense” Punkte Als selbstverständlich erscheinen.
un abrazo, Chus