„WOM – das Marketing-Thema des Jahres“, habe ich zuletzt behauptet. Ein Segen, dass ich hier (auch mal) prominente Unterstützung in einer These bekomme: denn das Finale der Demokratischen Nominierungs-Aktivitäten für den kommenden Präsidentschafts-kandidaten in den USA wurden von einem Buzz begleitet, der Seinesgleichen sucht.

Zusammengetragen von Jeremiah Owyang kann man sich
hier mal einen Überblick verschaffen, wie gewaltig die Mitteilungs- und Diskussionsfreude zu dem –zugegeben- elementaren Thema die Menschen ins Netz treibt. Der Buzz, der sich um die beiden Konkurrenten rankte, wurde gewiss in besonderem Maße durch die ausgefeilte, umfangreiche Online-Strategie von Barack Obama begünstigt.

Obama hatte im Zeitfenster Jan/Feb 2008 stolze $91Mio. von gerade mal 1 Mio. Spendern, vorwiegend über kleine Überweisungen online erhalten. Seine Strategie war also aufgegangen. Wie kein Kandidat zuvor hatte er, sein Fund-Raising im Internet gepusht (Jan und Feb 3,35 Mio vs. $368.112, also knapp ein Zehntel dessen, die Hillary Rodham Clinton investiert hatte).

Während Bill Clinton in E-mails aufforderte, „Any donation, even as little as $5, can make a difference in this campaign. If you haven’t given online yet, now is the time.“, wählte Obamas Team eine elegantere und vor allem nachhaltiger Form: “Obama aides say their goal has been to „build an online relationship“ with supporters who will not only give money but also knock on doors and help register voters for the candidate”
Mit dieser Strategie, den potentiellen Spendern nicht gleich mit dem Spenden-Holzhammer auf den Kopf zu hauen, sondern über diverse Sites (z.B. von der Washington Post zu einem Blog wegzulocken) Themen anzudienen, den Austausch zu suchen und Interessenten zu Kampagnen-Events einzuladen, hat er offenbar den richtigen Ton getroffen. Der User ist eben auch ein mündiger Bürger (und Wähler). Er erwartet eine gebührende Behandlung und lässt sich dann gerne „mitnehmen“ und bindet andere ein.

Diese Strategie ist augenscheinlich aufgegangen.