Hier ein paar Impressionen der heutigen Aktionen im Rahmen des „anstoß“-Projektes (vgl. auch Blogeinträge von heute Morgen und vom 24.4.2006):

Wer hilft Menschen, die vor Folter geflüchtet sind und sich gegen eine Abschiebung wehren müssen? Wer gibt Obdachlosen in unserer Gesellschaft eine Chance auf Betreuung? Haben AIDS-Waisen in Afrika überhaupt eine Zukunft? Solche Fragen beschäftigen Menschen, die in einem gesicherten sozialen Umfeld leben, nicht allzu häufig. Um Denkanstöße zu geben und die Sensibilität gegenüber diesen Themen zu erhöhen, nutzen die webguerillas die Fußball-WM in München als Plattform.

Für die Heilsarmee, die auf die große Zahl an Obdachlosen aufmerksam machen will. Sie legt eine Vielzahl Obdachloser (Statisten) auf Parkbänke in der Münchner Innenstadt. Vor der Witterung schützen sie sich mit Decken, die aussehen wie grüne Fußballfelder. Davor ein Schild: „Wir sind für alle da, nicht nur während der WM – die Heilsarmee“.
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Die Heilsarmee ist eine internationale Bewegung, eine evangelische Freikirche mit einem speziellen evangelistischen und diakonischen Auftrag. Die Heilsarmee arbeitet in 111 Ländern der Welt und zählt insgesamt drei Millionen Mitglieder. Weltweit leistet sie eine umfangreiche geistliche und soziale Arbeit, vor allem auch im asiatischen Raum (Indien, Sri Lanka, Indonesien, Malaysia). In Deutschland gibt es 48 Gemeinden (Korps) und 43 soziale Einrichtungen. Die Heilsarmeegemeinden halten ein breites Angebot für Einzelne, Familien und Kinder bereit. Dieses richtet sich nach den Bedürfnissen der jeweiligen Nachbarschaft, bzw. Stadt. In Deutschland existiert zudem ein breites Angebot an sozialtherapeutischen Einrichtungen für Männer und Frauen, Werkstätten, dezentralem und betreutem Wohnen, Alten- und Pflegeheime, Betreuung von Personen mit besonderen
sozialen Schwierigkeiten wie Alkohol- und Suchtkranke. Jahr für Jahr werden Tausende von Menschen vermisst – und es werden immer mehr. Der Suchdienst der Heilsarmee unterhält in über 100 Ländern Büros, die vermisste Familienangehörige suchen. Sie wurde 1865 gegründet.

  • Heilsarmee in Deutschland
  • Nat. Hauptquartier
  • PR – Abteilung
  • Salierring 23 – 27, 50677 Köln
  • Telefon: 0221/ 20 81 9 – 49
  • Fax: 0221/ 20 81 9 – 61
  • pr@heilsarmee.de

Die Aktion Canchanabury e.V., Bochum, macht in der Münchner Innenstadt auf die Aids-Waisen in Afrika und Südamerika aufmerksam: Dazu werden in der ganzen Stadt Trikots an Wäscheleinen gehängt. Auf diesen steht in den Farben fiktiver afrikanischer oder südamerikanischer Länder: „Lasst uns nicht hängen! www.canchanabury.de hilft AIDS-Waisen.“ Die Trikots können von Passanten mitgenommen werden.
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Aktion Canchanabury setzt sich unter anderem für bessere Lebensbedingungen HIV/AIDS-Infizierter in Afrika ein. Fußball spielt dabei eine elementare Rolle. „Fußball macht Afrikas Kinder stark. Es ist eine Möglichkeit, Menschen zu helfen und die Entwicklung in Afrika zu fördern. Am liebsten würde ich den Südsudan mit Fußbällen und Trikots überschwemmen – das ist nämlich die richtige Friedensarbeit für die vom Krieg traumatisierten Kinder“, sagt Canchanabury-Geschäftsführer Reinhard Micheel.

  • Aktion Canchanabury e.V.
  • Henriette Roos
  • Mettestr . 27
  • 44803 Bochum
  • Telefon: 0234 – 9357846
  • Fax: 0234 – 9357847
  • roos@canchanabury.de

Auch exilio e.V., Lindau, ein Verein für Hilfe für Migranten, Flüchtlinge und Folterüberlebende, nutzt die WM für seine Belange: Er will mit einer Guerilla Marketing Aktion ein Gespür dafür vermitteln, welche bedeutende Lücke ein Mensch hinterlässt, der von heute auf morgen verschwindet. Dazu stellt exilio mehrere Kicker-Tische auf den Marienplatz in der Münchner City und in der Innenstadt von Lindau und lädt zum Spiel ein. Nur ein Detail ist anders als sonst – eine der Kickerfiguren fehlt: der zentrale Mann im Mittelfeld. Ein kleines Schild macht die Lücke deutlich, darauf steht: „Gefoltert, abgelehnt, abgeschoben – exilio hilft!“
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Der 1995 gegründete gemeinnützige Verein hat seinen Sitz in Lindau am Bodensee. In Zusammenarbeit mit anderen Institutionen will er die Öffentlichkeit über die Verletzung von Menschenrechten, über Folter und ihre Folgen informieren. Etwa darüber, dass in 149 von 193 Ländern der Erde Menschenrechte verletzt werden und in 104 Staaten Sicherheitskräfte, Polizisten oder anderen Staatsangestellte Menschen foltern und misshandeln (amnesty international 2004).

Mehr Infos und Fallbeispiele zum Thema „Guerilla Marketing“ hier und hier.