Die dänische Marketingagentur energize twittert seit heute ihre Stellenangebote. Prinzipiell keine Neuheit, aber jetzt kommt’s. Bewerber für die Stelle als Stratege bzw. Accountmanager sollen sich ebenfalls in 140 Zeichen vorstellen. Ob über einen Tweet tatsächlich qualifizierte Bewerber kommen, bleibt abzuwarten, aber spannend. Wäre auf jeden Fall ein effizienter Deal. In 140 Zeichen zum Traumjob. Twittern und Recruiting ist längst ein Thema, das im Netz diskutiert wird. So gibt es mit Jobtweet bereits eine eigene Twitter-Jobsuchmaschine.

Twitternd Jobs ausschreiben und Stellen suchen, klingt ja alles recht spannend, aber wie sieht es in der Realität der Personaler aus? Nutzen sie bereits Twitter und wenn ja, wie ist die Resonanz auf die Tweets? Hier mal eine Statusbericht zum Recruitement via Twitter für zwei Praktikumstellen bei Ecki Co., Ltd.

Bei Twitter hatte ich einige Male ein Angebot gezwitschert und mit Begriffen wie Internship, Praktikum, Marketing, Samui usw. versehen, um später bei der Twitter Suche leichter gefunden zu werden. Ein Leser des Artikels (Dirk Henningsen), den ich schon seit einiger Zeit via Twitter und Xing kenne, hat nach dem Lesen meines Tweets diesen retweeted. Da er somit nochmal 2500 Follower mit seinen Nachrichten erreicht hat, kamen durch unsere Tweets mehr als 25 Leute innerhalb von weniger als 5 Minuten auf unsere Website.
[…]Bei Twitter hätte ich deutlich häufiger Tweets schreiben können, dies wirkt meiner Ansicht nach aber störend und eher unprofessionell. […]unsere Firma konnte durch Social Media deutlich mehr Studenten überzeugen als durch eine Online Anzeige in einer bekannten Stundentenzeitung, was ebenfalls eine durchaus interessante Erkenntnis ist.

din-twitter1Funktioniert Twitter etwa hauptsächlich bei Studenten? Zugegebenermaßen klingen 25 Besucher recht wenig, aber wenn man davon ausgeht, dass es sich hierbei um qualifizierte Kandidaten handelt, dann ist das wieder eine recht gute Quote. Wo systematisch getwittert wird, wird in unserer organisierten Welt natürlich auch gleich wieder ein Versuch gestartet einen Standart einzuführen. Auf dem Personalberater Blog Wollmilchsau wurden daher folgende Twitter-Grundregeln für Personaler bzw. Arbeitssuchenden vorgeschlagen:

Stellenangebote sollten in jedem Fall folgende Angaben erhalten:

  • Jobtitel
  • im Sinne des AGG natürlich auch (m/w) 😉
  • Arbeitsort
  • Link zu der vollständigen Stellenanzeige
  • das Hashtag #jobs

Das Ergebnis sieht dann in etwa so aus:
Suchen Ingenieur Maschinenbau (m/w) in Hamburg #jobs http://…

Für Stellengesuche schlagen wir vor:
– Jobtitel
– Arbeitsort
– Hashtag #jobsuche

Prinzipiell ein guter Ansatz. Die Vorlage für die Tweets der Jobausschreibungen der Unternehemen erfüllt seinen Zweck. Von einem twitterndem Bewerber würde ich mir allerdings erwarten, dass dieser sich gezielt an die Twitter-Accounts wendet, die als Arbeitgeber für ihn von Interesse sind, und mit einem originellen Tweet auf sich aufmerksam macht. Am besten sogar mit einer persönlichen Ansprache, wie z.B.:

@McDonalds: Ja, ich liebe Dich so sehr, dass alles zu spät ist. Es ist aber noch nicht zu spät mich zum Interview für die freie PR-Stelle einzuladen!

Dieser Tweet sorgt sicherlich für mehr Retweets als die klassische Variante, oder?
Was meint ihr? Wie würdet Ihr Euch in 140 Zeichen bewerben?