(Kuriose) Fotos sind die neuen Virals: Sie sind vergleichsweise unaufwändig zu produzieren, einfach zu seeden und erzielen in der Community eine hohe Wirkung.

Das Jahr 2012 stand im Zeichen der Memes. Doch woher kommt plötzlich der Hype um die originellen Fotos und Modifizierungen bekannter Bilder, die sich so rasant im Web verbreiten? Erstens: ein Motiv hat uns diesen Sommer die Wirkungsweise eindringlich verdeutlicht. Muskelprotz Balotelli mit seiner Pose nach dem 2:0 gegen Deutschland. Unzählige Spaßbilder davon vagabundieren durchs Netz. Es zeigt exemplarisch die Macht der Bilder. Zweitens: die Infrastruktur im Web. Genauer gesagt: der Erfolg von Facebook und die damit einher gehende Vernetzung mit weiteren Plattformen wie Blogs, Twitter und flickr.

Die rasante Entwicklung von Facebook macht das Netzwerk zum bevorzugten Viral-Instrument. Denn das Auslösen einer Kommunikationslawine bedarf einer kritischen Masse. Mit je mehr Menschen der Versendende verbunden ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der so genannte Tipping Point erreicht wird und die Lawine ins Rollen kommt.

Facebook lebt von den Bildern

Die Vorteile der Bilder gegenüber Videos und auch Text sind dabei geradezu systemimmanent. Sie sind einfach anzusehen, schnell in ihrer Wirkung auf den Betrachter, unkompliziert weiterzuleiten und vor Allem auch auf mobilen Endgeräten ohne große Wartezeiten abrufbar. Während ein Video erst geladen werden muss, kann ein Foto deutlich schneller für den Lacher zwischendurch sorgen. Zusätzlich werden Bilder im Vergleich zu Statusupdates oder Links deutlich größer angezeigt und werden damit besser wahrgenommen. Amerikanische Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, dass Bilder im Vergleich am häufigsten geteilt werden und die meisten Likes auf sich ziehen (siehe Grafik).