px341032Communication Analyst und Social Media Experte David Mullen hat einen interessanten Blogbeitrag über die unsoziale Real Life-Kommunikation geschrieben, die durch die Nutzung von Social Media entstehen kann.

Die Szene ist folgende: David sitzt am Sonntagabend mit Freunden vor dem Ferneher. Gemeinsam schauen sie sich Super Bowl an. In der Werbepause setzt sich David an seinen Laptop, um in real time über die Super Bowl Werbespots abzustimmen. Seine Freunde sitzen zwei Meter neben ihm, aber seine Aufmerksamkeit richtet sich an seine Twitter-Follower.

Mal ehrlich, wem kommt diese Szene nicht bekannt vor? Die Frage, die man sich hier stellt, liegt auf der Hand. Wird man durch Social Media Tools in bestimmten Situationen auch unsozial?

Ich selbst habe festgestellt, dass ich in letzter Zeit immer häufiger über Social Media Tools mit meinen Freunden kommuniziere. So lasse ich meine Freunde über meine Bildergalerie auf Facebook an meinen Wochenendtrips teilhaben, oder lade sie zu den von mir geplanten Abendveranstaltungen ein. Wer eben nicht auf Facebook mit mir „connected“ ist, zieht somit in meiner Aufmerksamkeitsquote den kürzeren. Wieso sollte ich auch noch mal meine Fotos per Mail an meine Freunde schicken, wo sie doch bereits auf Facebook zu sehen sind?

Ich glaube, dass Social Media Tools immer mehr dazu genutzt werden, um effizienter zu kommunizieren. So kann ich über einen einzigen Post auf meiner Pinnwand mit wenig Zeit und Aufwand viele meiner Freunde über mich und mein Leben informieren. Das heißt aber auch gleichzeitig, dass die persönliche Kommunikation in gewissem Maße darunter leidet. Vielleicht würde es ja auch schon etwas bringen, wenn ich anstelle eines kurzen Wallposts zwischendurch einfach mal zum Hörer greife, oder noch besser meinen Freunden einen Überraschungsbesuch abstatte? Dieser wird natürlich vorweg über Twitter angekündigt.

@all: Sozial oder unsozial? Machen Social Media Tools unsere Kommunikation im Real Life tatsächlich unsozial?