Beinahe hätten wir’s vergessen: Gestern vor 50 Jahren, am 3. November 1956, flimmerte der erste Werbespot über deutsche Bildschirme. Deshalb auch von uns noch einmal: Herzlichen Glückwunsch, genießt die Zeit! Wer weiß, wie lange es noch was zum Feiern gibt.

Die ersten Commercials, Werbung für Waschpulver, sahen ungefähr 2,5 Millionen Haushalte in Bayern. Doch schon bald zogen andere ARD-Anstalten mit der Einführung von TV-Werbung nach.

Weiter nach vorne ging’s mit dem Startschuss des Farbfernsehens (im August 1967). Doch den richtigen Durchbruch schaffte TV-Werbung erst mit der Zulassung kommerzieller Sender im Jahre 1985: Seitdem ist die Menge der gesendeten TV-Stunden von rund 1.000 im Jahr 1985 auf heute knapp 20.000 gewachsen. Und die Zahl der jährlich verbreiteten Spots auf knapp 3,2 Millionen gestiegen.

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„Persil und nichts anderes “ empfahl Beppo Brem dem Publikum im ersten Werbespot des deutschen Fernsehens, den der Bayerische Rundfunk am 3. November 1956 übertrug. Liesl Karlstadt spielte in dieser Premiere die zänkische und ordnungsliebende Ehefrau von Beppo Brem.

Die Attraktivität und Akzeptanz des Fernsehens hat also unter der Zunahme der Commercials nicht besonders gelitten – sollte man meinen. Kleiner Irrtum!
Denn Tatsache ist, dass sich das Nutzungsverhalten der TV-Zuschauer, gerade in Zeiten des rapide steigenden Internetkonsums, enorm gewandelt hat. Nur weisen dies die meisten Studien leider nicht aus. So wird TV immer häufiger nur noch passiv konsumiert. Im Sinne von: Die Kiste läuft zwar, aber nebenbei wird gesurft! Werden TV-Formate und erst Recht Werbebreaks nur noch en passant rezipiert, also nicht wirklich wahrgenommen. Werbung läuft zwar im Hintergrund, aber hauptsächlich, damit man ja nix verpasst.

Die Wahrscheinlichkeit, die sorgsam ausgewählte Zielgruppe am Ende tatsächlich zu involvieren, tendiert immer mehr gegen Null. Was sich im zunehmend katastrophalen Verhältnis von Werbeinvestment und Werbewirkung zeigt. – Dieser Werbekanal hat augenscheinlich die besten Zeiten hinter sich! Was man auch daran erkennt, dass immer mehr „TV-Werbung“ im Internet stattfindet.

Trotzdem: Schön war die Zeit! Und ich möchte sie nicht missen. Genauso wenig wie manchen Spot, der in den letzten Jahrzehnten über die Bildschirme flimmerte – einige historische Leckerbissen sehr Ihr hier:

pril_history_spotPril

dr_oetker_history_spotDr. Oetker

maggi_history_spotMaggi

bmw_isetta_history_spotBMW Isetta

melitta_history_spotMelitta