michael-jacksonMichael Jackson ist tot! Die Nachricht seines Todes führte gestern zu einem regelrechten Twitter-Sturm – mehr Tweets pro Sekunde zu einem Thema gab es zuletzt bei der Wahl von Barack Obama im November 2008.

Auch ich erfuhr gestern Nacht von dem Tod über die Statusmeldung eines Freundes auf Facebook, die mich selbst dazu veranlasst hat die Sache zu googeln. Allerdings wurde ich hier weniger fündig als auf Twitter.
Die Schlagzeile der Ad-hoc News gestern um 1:30h hat mich dann wirklich zunehmend überrascht:

Twitter-Gemeinde trauert um Michael Jackson.
Weltweit reagierten die Mitglieder des sozialen Netzwerks auf die Nachrichten aus Los Angeles, dass der 50-Jährige nach einem Herzstillstand in einem Krankenhaus gestorben sein soll. Selbst der britische Außenminister David Miliband twitterte zu den Todesmeldungen. «Noch nie ist jemand so hoch geflogen und so tief gefallen», schrieb er.

Was ist nun die eigentliche Meldung? Die twitternde Trauergemeinde, oder Michaels Tod selbst? Können hunderte Tweets über den vermeintlichen Tod eines der wohl größten Popstars aller Zeiten tatsächlich als solide Quelle bezeichnet werden?

Natürlich musste das passieren, was schon beim Amoklauf in Winnenden für Aufregung bei Twitter gesorgt hat. Die digitale Gerüchteküche brodelt heutzutage nicht mehr, sondern zwitschert. Während ein User „Michael Jackson begeht Selbstmord“ twittert, schreiben andere vom Herzstillstand des King of Pop. Bestätigt war die Meldung hier jedoch noch nicht. Die klassischen Medien berichteten in der Nacht zum größten Teil mit mehr Zurückhaltung. CNN erwähnte somit bei ihren Meldungen, dass die Information bisher nicht bestätigt sei. „US-Medien: Der Popstar erlitt angeblich einen Herzinfarkt“, schreibt heute.de in der Nacht.

Gegen 1Uhr deutscher Zeit folgte die Bestätigung der Los Angeles Times. Was sich dann auf Twitter abspielte, gleicht einem Data-Overflow. Unzählige Trauerbekundungen wurden im Sekundentakt über den Globus getwittert. Wer über die Suchmaske alle Nachrichten, die das Wort „Jackson“ enthalten, lesen wollte, erhielt die Fehlermeldung: „Twitter is over capacity“ – Twitter ist überlastet.
Auf YouTube kann man „Michael Jackon’s death: the twitter effect“ in Form von den populärsten Twitter-Hashtags der letzten Stunden nachverfolgen.

Die ZDF-Onlineredaktion hat die Chronologie des zusammenbrauenden Twitter-Sturms zusammengefasst.

Der User netzsche schreibt sie gegen 23.30 Uhr: „Eilmeldung: Michael Jackson mit Herzstillstand in Krankenhaus eingeliefert. Das ist mal ne Schlagzeile – Wahrheitsgehalt?“

Nur wenig später twittert ein Nutzer: „Oh nein. Michael Jackson tot. Was für ein Leben. Was für großartige Musik. Peace.“ Gegen Mitternacht deutscher Zeit ist Michael Jackson der meistgetwitterte Name der Welt.

Er verdrängt den Begriff „iranelection“ von Platz 1. „Gleich bricht twitter zusammen…“, schreibt der Nutzer jakuuub.

Mein Fazit: Twitter ist schneller als klassische Medien. Twitter eignet sich hervorragend, wenn es darum geht die Meinungsströme im Netz aufzufangen, aber jeder Twitterer sollte sich bewusst werden, dass viele Tweets zu einem Thema nicht unbedingt als valide Meldung zu werten sind. Masse steht eben auch im journalistischen Arbeiten nicht unbedingt für Klasse.

Was meint Ihr? Nutzt Ihr Twitter wirklich als ein Breaking-News Tool oder vertraut iÍhr hier lieber den klassischen Medien, die ja zunehmend auch twittern?