Werbung in Computerspielen ist ein Trend, der erst am Anfang steht. Deshalb ist jetzt ein guter Zeitpunkt, sich hier aufzustellen. Mit der seit heute offiziellen Akquisition von AdScape Media, einem Unternehmen das Werbung in den Stories von Videospielen vermarktet, geht Google diesen Schritt.

adscape-logoDie Übernahme, die den Megaplayer läppische 23 Millionen US-Dollar kostet, ist aber auch aus einem anderen Grund wichtig: Denn mit AdScape Media greift Google ein weiteres Mal Microsoft an, das in diesem Bereich bereits fleißig investiert hat.

Analysten prognostizieren, der Markt für Werbung in Videospielen werde von derzeit geschätzten 75 Millionen US-Dollar auf 700 Millionen im Jahr 2010 wachsen. Und damit werde auch die Zahl der Spiele, in denen Werbung eingebunden ist, enorm zunehmen (heute sind es erst wenige Hundert). Neben Google und Microsoft haben Unternehmen wie Viacom oder News Corp. begonnen, ihr Augenmerk stärker auf die Videospielsparte zu richten.

Interessant ist, ob Google mit der Akquisition von AdScape Media anstrebt, die Werbung in Computerspielen auch zu revolutionieren. Denn bislang war diese eher von Einfältigkeit geprägt – da wurden z. B. einfach Markennamen/Logos in der Spielumgebung platziert oder via Schleichwerbung/Produkt-Placements intergriert. Mal sehen …

gapminder

Eine weitere Akquisition, die noch am Freitag gemeldet wurde, ist die des schwedischen Softwareunternehmens „Gapminder“.

Gapminder wurde von Hans Rosling, Professor für internationale Gesundheit am schwedischen Karolinska Institute, entwickelt (man sagt im Auftrag der UNO) und visualisiert sozialökonomische Entwicklungen: Zusammenhänge von Einkommen und Kindersterblichkeit, zwischen Lebenserwartung und der Anzahl der Ärzte oder Ähnliches.

Was Google mit dieser Akquisition plant, leuchtet mir zwar noch nicht ganz ein. Allerdings: Wenn man bedenkt, bei der Visualisierung von Unternehmensdaten steht man ja eigentlich vor ähnlichen Herausfordungen – nämlich komplexe Zahlenfriedhöfe spannend zu präsentieren. Vielleicht liegt ja hier der Fokus für die Zukunft?

Abschließend noch ein Video eines Vortrages von Professor Rosling vom Februar 2006 sowie zwei weitere spannende Links für Statistikfreunde:

  • zum Worldmapper (die Welt geographisch neu verteilt)

  • und zum Worldometer (die Welt in Zahlen … und in Echtzeit)