Das Superwahljahr in Frankreich (Wahl des französischen Präsidenten im April und Mai, Wahlen zur Nationalversammlung im Juni 2007) geht in die entscheidende Phase. Die Spitzenkandidaten machen sich bereit für den entschheidenden Shoowdown. Während Ségolène Royal als erste Frau in der Geschichte der französischen Sozialisten bereits zur Spitzenkandidatin nominiert wurde, wird der Vertreter der konservativen UMP heute durch eine Mitgliederabstimmung bestimmt.

Neben dem eher chancenlosen Premier de Villepin und Verteidigungsministerin Alliot-Marie stellt sich Nicolas Sarkozy zur Wahl. Er ist, glaubt man den Fachleuten, der erste Anwärter der UMP auf die Nachfolge von Amtsinhaber Chirac.

Nikolas Sarkozy? Ist das nicht der amtierende Innenminister? Der Mann, der sich bei den Krawallen in den Pariser Vororten (den banlieue) im Herbst 2005 als Hardliner hervorgetan hat? Und die schwierige Gesamtsituation noch durch verbale Entgleisungen aufheizte? …

sarcodance

Genau der ist es. Und genau der gibt sich jetzt betont locker – wahrscheinlich, weil er dieses Imagedefizit auszugleichen versucht. Mit der interaktiven Website „Disco Sarko“, die an den guten, alten Bundesdance von sueddeutsche.de erinnert. Und im Rahmen derer man Nikolas Sarkozy tanzen lassen bzw. ihn zum Tanz auffordern kann (wenn man das will).

Ist schon komisch, mit welchen Mitteln so mancher Politiker versucht, Stimmen für sich zu gewinnen. Nein, nicht komisch: peinlich! Und absolut unglaubwürdig.

sueddeutsche.de-bundesdance
Der Bundesdance , das Online-Polit-Balett von sueddeutsche.de, bei dem der User die Spitzenpolitiker tanzen lassen konnte, hat sich seinerzeit extrem schnell im Internet verbreitet. Und für viel Publicity gesorgt.