Der eine oder andere Leser wird sich noch erinnern: Am 7. Januar 2007 schrieb ich einen Artikel zur Spezialisierung von Online Social Networks (OSNs) in den USA. Hier nahm ich zwei Segmente (OSNs für Homosexuelle und für Familen/Mütter) unter die Lupe. Der Post fand regen Anklang: nicht nur online, auch „im richtigen Leben“ boten mir unterschiedliche Leute an, doch gemeinsam mit ihnen ein OSN für Mütter/Familien zu gründen.

Heute, knapp vier Monate später, sieht die Welt komplett anders aus: Die Deutschen diskutieren mehr über Krippenplätze, als über die Frage, wer deutscher Fußballmeister wird (das ist mehr als außergwöhnlich!). Und gleichzeitig schossen in den letzten Wochen und Monaten die Networking-Plattformen für Mütter/Familien nur so aus dem Boden bzw. wurden analoge Produktideen angekündigt – beispielsweise:

Es rumort ganz offensichtlich in der deutschen (Web 2.0) Start-up-Szene. Denn die Produktexplosion im Bereich der Familien-Netzwerke steht nur stellvertretend für eine themenübergreifende Gründerwelle, welche ich in dieser Heftigkeit noch nie erlebt habe (selbst um das Jahr 2000 nicht).

Und noch eines wird, meines Erachtens, deutlich: Der zeitliche Abstand zum Vorreiter USA, was solche Innovationszyklen betrifft, wird immer geringer. Das hängt vielleicht mit der generellen Online-Affinität/Web-Akzeptanz der Deutschen zusammen: sich wie selbstverständlich im Internet zu bewegen und hier ein eigenes Geschäftsmodell zu realisieren, ist heute selbst für „den sicherheitsorientierten Germanen“ nichts Besonderes mehr. Und wenn es mal nicht klappt: Nun ja, Ideen gibt es ja genug, dann fängt man halt was Neues an.

Ein weiterer Aspekt ist aber sicher der, dass heutzutage standardisierte Softwarebausteine, beispielsweise um ein OSN zu realisieren, frei verfügbar bzw. sehr preiswert sind – und mit überschaubarem Programmieraufwand weiterentwickelt werden können. Was vor einigen Jahren noch wie ein Mammutwerk daherkam, schreckt heute nicht mal mehr den weniger erfahrenen Internetnutzer/-gründer ab. Irgendwie scheint alles machbar: Und wenn man selbst keine Ahnung von der Technik hat, dann hört man sich halt um, ob jemand einen kennt, der einen kennt.

Ich find’s klasse, dass das Internet derzeit an allen Ecken und Enden blüht. Wohl wissend, dass so manche Pracht nur von kurzer Dauer ist.

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