Während Nutzerzahl und -dauer in Deutschland kaum noch wachsen, werden sich durch Erfahrung, DSL und Flatrate-Modellle die Nutzungsmuster weiter verändern.

internetnutzung
Quelle: ARD/ZDF, mindestens gelegentliche Onlinenutzer ab 14 Jahre in Deutschland

Dies beeinflusst wiederum die Art der Inhalte, die produziert und genutzt werden: Bislang textbasierte Webanwendungen werden auf die Verarbeitung von Bild, Ton und Video erweitert: Suchmaschinen, Interaktives Podcasting, Interactive Video usw.

Der Trend vom Text zu Bild, Ton und Video ist allumfassend und wird speziell durch die Erfolgsgeschichte der Videoportale sichtbar. Beinahe täglich werden neue Plattformen mit einem Videofokus gelauncht. Ein ganz interessanter Zweig innerhalb videobasierter Services ist der der „How to“-Videoplattformen.

sutree

Ein neues Start-up in diesem Segment ist SuTree (abgeleitet von „Sutra“ = knapp formulierter Leitfaden und „Tree“). Es kommt aus Tel Aviv, ermöglicht webbasierten Video-Unterricht und hat derzeit ein Angebot von etwa 5.000 Beiträgen.

„How to“-Videoservices ähneln in gewisser Weise den bekannten Frage/Antwort-Portalen wie „Lycos IQ“, „Yahoo! Answers“ etc., wobei hier allerdings nicht auf konkrete Fragen geantwortet wird, sondern praktisches Wissen via Video vermittelt wird. Das können Beiträge sein, bei denen ein Photograph erklärt, wie man gute Action-Photos macht. Bis hin zu Darbietungen, die zeigen, wie man mit zwei Händen den Ruf einer Eule imitiert.

Praktisch sind solche Service deshalb, weil wirklich viel Wissen erheblich besser mit Bewegtbild vermittelt werden kann. Und da der ganze Content in der Regel schön kategorisiert ist, verläuft die Suche auch nicht so chaotisch wie auf YouTube oder vergleichbaren Virdeoportalen. – Und inspirierend finde ich solche Dienste auch. Zumindest so lange der Content überwiegend sachlich bleibt.

Die Wurzeln der „How to“-Services sind denn auch:

  1. Es ist einfacher, etwas visuell zu lernen, als es zu lesen.
  2. Das Internet ist voller Wissen: Man muss es nur sammeln und verdaulich aufbereiten.
  3. Suchmaschinen sind ungeeignet, um schnell und einfach qualitativ hochwertige Schulungsfilme zu finden.
  4. Ein Unternehmen, das Wissen sammelt und mit anderen teilt ist smarter als eine Lehrer, ein Roboter oder Algorithmus.
  5. Im Informationszeitalter sollte jeder Zugang zu allem Wissen haben: kostenlos, hilfreich und schnell.
  6. Kontinuierliches Weiterlernen ist essentieller Bestandteil menschlichen Seins.
  7. Wir haben nicht ständig direkten Zugriff/Kontakt zu einem Experten oder Lehrer, der uns sofort einen praktischen Tipp für das gerade akute Problem geben kann.
  8. Wissen in einer Community auszutauschen macht Spaß und bringt neue soziale Kontakte.
  9. Und natürlich Selbstdarstellungsdrang: im Sinne von „Schaut her, was ich kann/weiß“.

Auch als Vielsurfer bin ich jedesmal erstaunt, wie schnell und umfassend sich solche Ideen verbreiten. So war im Grunde zwar abzusehen, dass ich bei meiner Recherche schnell auf weitere Anbieter treffen würde. Dass die Anzahl vergleichbarer Dienste jedoch schon so groß ist, hätte ich nicht vermutet. Und wahrscheinlich kennt Ihr sogar noch weitere?!

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