Seit der Google-Übernahme schien es still geworden zu sein um den Internet-Shooting-Star des Jahres 2006. Doch still und heimlich ist YouTube dabei, ein (neues) Geschäfts-modell zu etablieren: das des Themen-Fernsehens. So hat der US-Internetriese erst kürzlich eine Kooperation mit dem englischen Fußballclub FC Chelsea bekannt gegeben.

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Der Deal sieht zur Zeit so aus: Content des Abokanals „Chelsea TV“ wird künftig über das neue „YouTube Chelsea“ verbreitet. Unter anderem sind dies Cips aus “Blue News” (einer Art Newsticker rund um den FC Chelsea), FC Chelsea Archivmaterial und anderes Material, welches einen Blick hinter die Kulissen des Traditionsvereins gewährt. Einzig auf die Ausstrahlung lizenzpflichtigen Materials, wie z. B. Live-Übertragungen, wird verzichtet.

Die Kooperation nützt beiden Parteien. Dem FC Chelsea, der über sein Pay-TV bislang nicht die nötige Reichweite erzielte, und so auch internationale Fans auf den Geschmack von „Chelsea TV“ und seiner Merchandising-Artikel bringen will. Und YouTube, das, meines Erachtens, auf dem Weg ist, die Sparte „Themenfernsehen“ zu etablieren.

Hirngespinste? Glaub ich nicht. Denn die Rechtefrage wird auch für YouTube langsam zu einem ernsthaften Problem (nicht erst, seit der Drohung des FC Bayern). Und über Kooperationsvereinbarungen wie mit dem FC Chelsea wäre „die Kuh vom Eis“.

Natürlich kann man mit Fußball allein keinen TV-Kanal etablieren. Drum baggert YouTube derzeit offensichtlich in allen Richtungen. So plant das Kultportal, lt. Wall Street Journal, sein Programm in Zukunft auch um Content der Digital Music Group (DMG) zu erweitern: mit rund 4.000 Stunden Musik und Videomaterial. Mit TV-Shows und Serien. Und möchte das neue Angebot durch Werbeeinblendungen finanzieren … Aaaah ja.