Sicher habt Ihr es auch verfolgt: youtube muss 30.000 Videos löschen. Dies als Folge einer Aufforderung japanischer Film- und Musikkonzerne, die in der unerlaubten Veröffentlichung zu Recht eine Urheberrechtsverletzung sehen – denn, unabhängig davon, wer ein copyrightgeschütztes Video hochlädt, ist vor dem Gesetz derjenige für den Rechtsbruch verantwortlich, der die Instrumente zur unerlaubten Verbreitung zur Verfügung stellt.

Dass „das Modell youtube“, welches ja fast ausschließlich auf der Verbreitung copyrightgeschützter Clips basiert, eine Zeitbombe ist, darüber wird zwar in Fachkreisen schon seit Monaten diskutiert (… und natürlich über die 1,6 Mrd. Dollar, die Google für diese Zeitbombe zahlt …). Aber die meisten Medienkonzerne haben die unrechtmäßige Verbreitung ihrer Videos bislang deshalb geduldet, weil sie darin eine kostenlose Werbung sahen.

Jetzt scheint aber eine Lawine ins Rollen zu kommen. Und auch die Rechtebesitzer, die von der bislang etwas nebulösen Rechtslage vielleicht noch verunsichert waren, werden nun wahrscheinlich auf die Barrikaden steigen. Was wird dann nur aus youtube, clipfish & Co.? Was wird aus MySpace? Und was aus den vielen Blogs, die sich ja tagtäglich aus dem „virtuellen Bild- und Clipfundus“ bedienen, ohne Rückfragen hinsichtlich der Nutzungs- und Verwertungsrechte zu stellen, geschweige denn für die Nutzung zahlen? Könnte spannend werden dieses Web 2.0.