Von Usern produzierter Video Content überschwemmt, wie wir alle spüren, gerade das Netz. Bereits 60 Prozent des Internettraffics werden durch Videos verursacht und in den nächsten Jahren, schätzen die Experten von CacheLogic, könnte der Anteil des Videotraffics bereits bei 98 Prozent liegen. News- und Videoportale, Social Networks, Blogs …: überall gehört Bewegtbild mittlerweile zum Produktkonzept und ist absoluter Web-Standard.

Die Frage, die sich im Zuge dessen aufdrängt, ist: Wie bekommt man diesen expolsionsartig wachsenden Content in den Griff? Gibt es hier ein intelligentes Suchmaschinen-Konzept, das diesen Content indiziert und so für den User erfassbar macht?

Videos stellen eine besondere Herausforderung für Suchen dar. Einerseits, weil die Audio- und visuellen Komponenten schwieriger als Worte zu indizieren sind. Andererseits, weil die Suchstrategie grundsätzlich eine andere sein muss. So wird beispielsweise die Bedeutung eines Textes (zumindest bei Google) hinsichtlich eines Suchbegriffes über das „Pageranking“ definiert – welches u. a. davon abhängig ist, wie viele andere Seiten zur Ergebnisseite linken bzw. wie qualitativ hochwertig diese Links sind.

Als Indizierungsgrundlage für Videos ist dieses Vorgehen wahrscheinlich aber nicht hilfreich: Denn es gibt üblicherweise keine zuführenden Links. Man braucht also andere Bewertungskriterien, um die Relevanz eines Videos in Bezug auf einen Suchbegriff feststellen zu können. Etwas Vergleichbares, das ebenso die Qualität der Beziehung erkennt. Das könnte z. B. die Reputation des Users bzw. seiner Seite sein – heißt: je häufiger ein Video in einem „angesehenen“ Umfeld auftaucht, desto mehr Bedeutung besitzt es im Netz generell. Oder was auch immer …

blinkx

Zu den wichtigsten, plattformübergreifenden Video-Suchservices zählt blinkx. Das Unternehmen hat bis zum heutigen Tag angeblich über 7 Millionen Stunden Audio-, Video-, Viral- und TV-Content indiziert und diesen suchmaschinenoptimiert aufbereitet. Im Gegensatz zu Google orientiert sich blinkx. nicht nur an Meta-Daten, sondern analysiert auch die Audio-Informationen der Clips.

blinkx verkauft seine Technologie auch an andere Webportale: darunter Microsoft, Playboy, Reuters und MTV. Gestern stellten die „Visual Crawler“ aus San Francisco ihre SEO-Guidelines (hier downloaden) und ein neues Wiki vor, in dem Best Practices und Empfehlungen diskutiert werden sollen, wie man seinen Video-Content für Suchmaschinen optimiert.

Ein Blick in diese Welt lohnt sich allemal, wenngleich man sich als „Otto-Normal-Onliner“ da relativ bald ausklinken muss …

blinkx-wiki

Wer sich mal einen Überblick zum Stand der Dinge machen will, sollte zumindest noch AOL Truveo und Dabble, das zu Yahoo! gehört, testen. Am besten mit Suchanforderungen wie: „Suche ein Video über das Paarungsverhalten von Stichlingen und deren Nestbauinstinkt“. Da zeigt sich dann, wer wirklich was drauf hat …

dabbletruveo