sbx_perfectcoffee_lg_364_2401Anfang dieser Woche hat Starbucks eine neue Kampagne gelauncht, bei der sie ihre Kunden auf Motiv-Entdeckungstour schicken. Fans sollen die neue Werbekampagne erleben und die Bilder der Poster bzw. der neu dekorierten Starbucks-Filialen via Twitter, Facebook oder Flickr verbreiten. Ein guter Ansatz, der jedoch auch Kritiker von Starbucks dazu animiert hat Social Media für ihre Aktion gegen Starbucks zu nutzen.

Der Filmemacher Robert Greenwald (Gründer von „Brave New Films“) hatte bereits ein Video mit sehr kritischen Stimmen über die Firmenpolitik von Starbucks produziert. Über Twitter und andere Social Networks konnte er schnell viel Aufmerksamkeit auf seiner eigenen Aktionssite Stop Starbucks erzielen.

Dort wird seit dieser Woche die neue Kampagne von Starbucks für seine eigenen Zwecke genutzt, und alle Stop-Starbucks- Anhänger im Rahmen eines eigenen Stop Starbucks-Contestdazu aufgerufen, sich mit Protest-Plakaten gegen Starbucks vor den Filialen zu fotografieren und diese via TwitPic zu verbreiten. Die Resonanz ist nicht zu verachten:

PR Blogger Klaus Eck hat die Protestbewegung in seinem Beitrag sehr gut zusammengefasst::

Letztlich zeigt sich am Starbucks-Fall, wie eine gute Kampagnenidee von Protestbewegungen unterlaufen werden kann. Schließlich können unfaire interne Praktiken und Skandale auch Vorreiter im Social-Media-Bereich in die Knie zwingen. Bevor man ePartizipation verlangt, sollte man sicher stellen dass diese auch zum Unternehmen passt. Greenwald rundet passend dazu das Interview bei bloggasm.com folgend ab:

” …I think that the corporations will learn very quickly that if they want to function in a social marketing arena, then they’re going to have to change some of their practices or else they’ll have to get out.”</blockquote><br>

picture-22Prinzipiell stellt sich mir die Frage, ob Starbucks diese Protestaktion mit ihrer Social Media Strategie in irgendeiner Form provoziert hat. Ich denke nicht, dass Starbucks mit seiner Social Media Strategie hier einen Fehler begangen hat. Immerhin ist Starbucks eines der wenigen Unternehmen, die den aktiven Dialog zu ihren Fans suchen. Auf mystarbucksidea ruft Starbucks seit einem Jahr alle Fans dazu auf ihre Verbesserungsvorschläge mit anderen Fans und den Mitarbeitern von Starbucks zu teilen. Hier heißt es:

You know better than anyone else what you want from Starbucks. So tell us. What’s your Starbucks Idea? Revolutionary or simple — we want to hear it. Share your ideas, tell us what you think of other people’s ideas and join the discussion. We’re here, and we’re ready to make ideas happen. Let’s get started.

Starbucks ist hier in der Kommunikation der Kundenmeinungen sehr transparent. Jede neue Idee wird direkt veröffentlicht und kann im Digg-Style von anderen registrierten Usern gevotet und kommentiert werden. Ideen mit den meisten Stimmen werden in der “ Most Popular Idea“-Liste veröffentlicht, wo sie von den zuständigen Starbucks-Mitarbeitern und dem Management ausgewählt und diskutiert werden. Welche Idee bereits wie weit umgesetzt wurde, kann man auf dem Ideas In Action Blog nachverfolgen. Erst kürzlich wurde dank der fleißigen myStarbucks-Communitmitgliedern der Reusable Cold Cup wieder eingeführt.

Sicherlich klärt die Community nicht über die Mitarbeiterpolitik des Unternehmens auf, aber sie zeigt auf jeden Fall, dass Starbucks tatsächlich transparent mit seinen Kunden kommunizieren möchte.

Mein Fazit: Ich glaube, dass Starbucks gerade durch die aktive Nutzung von Social Media eine gute Chance hat, mit den eigenen Fans über die Protestaktion offen zu kommunizieren. Die 1,5 Mio Facebook-User, die der Starbucks-Gruppe angehören sind hier meiner Meinung nach genau die richtigen Ansprechpartner. Allerdings passiert hier bisher recht wenig. Deshalb mein persönlicher Appell an Starbucks: Steigt in die Diskussion mit ein, bevor es andere tun.