Coppyblogger Brian Clark hat einen Artikel über die richtigen Twitter-Überschriften verfasst. Twitterer scannen durch ihren Feed wie jemand der eine Speisekarte betrachtet. So wie man sich selbst fragt „Auf was habe ich heute den Hunger?“ sucht man sich bei Twitter das passende „140 Zeichen-Häppchen“ aus. Im Fazit: Jeder Tweet steht in direkter Konkurrenz zu den anderen Tweets. Unsere Tweets müssen also so aufregend sein, dass unsere Follower ganz heiß darauf sind auf die TinyURL zu klicken. Laut Clark ist es dabei entscheidend, dass die Überschrift von dem Leser als ein Versprechen verstanden wird, das natürlich auch gehalten werden muss. In dem Artikel stellt er vier Regeln auf, mit denen man die Twitter-Nase vorne trägt.

Dein Tweet muss:

  1. Nützlich für den Leser sein.
  2. Dem Leser ein Gefühl von Dringlichkeit vermitteln.
  3. Einen einzigartigen Nutzen für den Leser darstellen.
  4. Alle drei genannten Punkte in einer speziellen Art und Weise vereinen.

twitterfedup
Hmmm, ehrlich gesagt bin ich hier stutzig geworden. So ist mir nicht wirklich klar, wieso ich zwingend ein Gefühl von Nützlichkeit und Einzigartigkeit für meine Follower vermitteln sollte? Natürlich muss ich den Inhalt meiner Links auch richtig ankündigen und keine falschen Fährten legen. Aber wie Clark ganz richtig festhielt, picken sich die Twitterer doch die Tweets heraus, auf die sie in diesem Moment einfach Bock drauf haben. Bei Twitter gibt es nun mal keine Rubriken, sondern hier entscheidet der Moment, wobei wir hier wieder zur Frage „Auf was habe ich eigentlich gerade Hunger?“ zurückkommen. Ich persönlich glaube, dass Twittern viel mehr als eine Momentaufnahme zu sehen ist. Strategien mögen in manchen Fällen sinnvoll sein, aber am Ende des Tages weiß keiner richtig, ob ein Tweet funktioniert oder eben nicht.

Mein Fazit: Für mich bedeutet Twittern eben gerade NICHT ständig zu überlegen, welche Schlagworte bzw. Einleitungen ich liefern muss um die Erwartungen meiner Follower zu befriedigen. Unter Social Communication verstehe ich eher: Schreibe “ frei nach Schnauze“ und überzeuge durch Authentizität. Um so interessanter ist es, dass es gerade im Bereich Twitter etliche „How to Twitter“-Checklisten und Twitter-Regelwerke zu finden gibt. Vielleicht liegt es ja einfach in der Natur der Menschen überall Prüflisten ins Leben zu rufen, deren Einhalung den erstrebten Erfolg versprechen.

Aber mal ehrlich, nach Prüfliste twittern ist doch in sich schon ein absoluter Widerspruch!