In einer aktuellen Studie von emarketer.com in Kooperation mit marketingsherpa.com wird die These gestützt, die ich in mehreren Blogartikeln bereits aufgestellt habe (z. B. hier): nämlich,
- dass gut inszenierte Microsites (mit Verlinkung auf die Zielseite)
- bzw. virale Animationen, die direkt auf der Zielseite (bzw. einer Subseite dieser) stattfinden,
hinsichtlich ihres Effektes höher einzustufen sind, als virale Videos. Okay, die Frage, was denn nun exakt “Great Result” bedeutet, ist nicht genau geklärt. Aus eigener Erfahrung kann ich jedoch sagen, dass die meisten Auftraggeber “Traffic auf der Seite” oder “Leadgenerierung” als Zielvorgabe definieren.

Bedeutet das also schon wieder das Ende des soeben erst aufgekeimten Viral-Video-Booms?
Ich meine NEIN.
Aber es ist leichtgläubig, anzunehmen, mit provokanten oder superwitzigen Internet-Videos könnte jedes Marketingziel erreicht werden.
Viral Videos zahlen primär in Branding und Reichweite/ Awareness ein. Über sie E-Mailadressen zu generieren oder direkt abzuverkaufen ist da schon schwieriger – geht aber auch, wenn man das Viral Video nicht als isolierte Aktion, sondern nur als initialen Impuls eines mehrstufigen Dialogprogramms versteht.
So ist es beispielsweise technisch überhaupt kein Problem, die Videos mit einer Zielseite zu verlinken und den User dort über eine Folgeaktion abzufangen. Es macht nur keiner (drum auch dieses Umfrageergebnis)!!! Warum nicht, weiß der Henker …
Fehlendes technisches Know-how? Vielleicht. Ein weiterer, vielleicht entscheidender Grund könnte sein, dass sich mit der Komplexität des Viral Konzeptes die Kosten in dem Maße erhöhen, dass sie nicht mehr im Einklang mit den Vorstellungen des Auftraggebers stehen (wäre zumindest meine Vermutung). Wobei wir bei der nächsten Diskussion wären: Wie viel darf eine virale Aktion kosten? Aber dazu ein anderes Mal mehr.
Fazit: Viral Marketing funktioniert auf verschiedenen Wegen und ist ein sehr effizientes Instrument in der Kundenansprache – man muss nur wissen, wie.
Stimme Deiner Einschätzung in jeder Hinsicht zu! Viral Videos werden von uns bei DSG zwar häufig eingestzt, aber eben nur als erste Stufe (Awareness-Genese / Reichweitenaufbau für Folgeschritte).
Dass Viral-Marketing eher eine Philosophie bzw. eine Mechanik, und NICHT ein einzelnes Instrument ist, das man aus einem Werkzeukasten aussucht, muss den meisten Kunden aber erst einmal klar gemacht werden. Warum, frage ich mich immer wieder. Käme ja auch keiner auf die Idee, ein Haus NUR mit einem Bagger bauen zu wollen, egal wie gut dieser für das Ausheben von Fundamenten geeignet ist…
Kann da auch nur Zustimmen. Obwohl ich gerade erst dabei bin erste Virale Kampagnen umzusetzten, kann man sagen das das Problem der falschen Erwartungshaltung über die Leistungen (oder sagen wir Leistungswerte) Viraler Kampagnen bei fast allen Kunden sehr hoch ist. Frei nach dem Motto… macht mal ne gute Idee dann schaue ich ob ich noch ein paar Euros übrig habe… tztztz. Da bin ich auf den nächsten Artikel zum Thema was darf eine gute Viral Kampagne kosten gespannt! Cheers Sascha
Ein virale Video auf einer Landing-Page verweisen zu lassen sehe ich auch als großartige Möglichkeit an, den Kunden auf das eigentliche Angebot hinzuführen. Wie sieht es mit viralem Marketing in Social Networks aus?
“Verdeckt” würde ich so was nicht empfehlen (Stichwort: falsche Identität, Postings …). Das ginge in die Richtung von Foren-Spamming und kommt nicht nur bei den Community-Mitgliedern weniger gut an, sondern löst garantiert auch eine Welle der Entrüstung bei Blogs/Medien aus.
Man kann aber die Dinge nutzen, die einem die Community-Betreiber anbieten: z. B. Gruppen eröffnen, spezielle Werbewege buchen (z. B. Videos in Postfächern platzieren) usw. Damit lässt sich natürlich auch ein initialer Impuls (innerhalb einer ausgewählten, vielleicht sehr wichtigen Zielgruppe) setzen.
Schau Dir vielleicht auch noch mal den Blogbeitrag vom 19. April an.
Nunja wir haben uns auch mal damit beschäftigt ein sehr billiges Video zu drehen und zu schauen wie viele Userman aus den Zuschauern generieren kann…
nachzulesen gibt es das ganze hier: http://www.waitingforjason.com/Blog/index.php/2007-08-13/polyester-juergen-oder-warten-auf-den-viralen-effekt/
Wirklisch janz jroßes Kino, Mirko. Aber für ne Viralspot, vielleischt doch wat lang und n bisschen ville Nabelschau. Trotzdem: lustisch allemal!