Während Neandertaler noch höchst eindrucksvoll die Keule schwang, um seinen Grunzern Nachdruck zu verleihen, muss man heute schon tief in die Trickkiste greifen, um noch irgendjemanden hinter dem Ofen hervorzulocken. Manchmal genügen aber auch ganz einfache Hebel, um zu faszinieren und zu bewegen. Dass es nicht immer selbstgedrehte Peinlichkeiten oder die miesesten Unfälle (die man ganz bestimmt nicht sehen will) sein müssen, hat Sony letztes Jahr sehr erfolgreich bewiesen. Mit einem echten Gänsehaut-Spot.

bravia werbung Zur Einführung der neuen „Bravia“-Fernseher von Sony hatte der dänische Regisseur Nicolai Fuglsig die einmalige Idee, 250.000 bunte Hüpfbälle in die Straßen von San Francisco zu schütten, um auf diese Weise die Farbqualität der BRAVIA Reihe zu verdeutlichen.

Natürlich tragen die astreine Umsetzung und die perfekt Musikauswahl ihren Teil dazu bei, aber der Grundgedanke des Spots, dieser verwirklichte Kindheitstraum, ist so stark, dass man ihn immer wieder und wieder erleben möchte. Und nicht nur das. Man möchte dieses Erlebnis teilen. Denn dann ist es gleich doppelt so schön. Nach und nach und ganz nebenbei etabliert sich der gefuchste „Teiler“ oder auch „Verteiler“ in seinem Freundes- und Bekanntenkreis als eine Art „Mr. Internet“, der immer Bescheid weiß und cooles Zeug scheinbar magnetisch anzieht. Was für ihn freilich schon ein wenig schmeichelhaft und erstrebenswert ist.

Irgendwie hat Sony spitzgekriegt, dass „Verteiler“ allesamt auf Hupfbälle stehen.

PS: Einen neuen Fernseher habe ich mir zwar nicht gekauft, aber die Hupfballindustrie kann sich über meinen Großaufttrag von 200 Exemplaren freuen.

Und hier geht`s zur website mit Spot und Co.

„sepiatone“ hat auf flickr ein paar Privatfotos zur Verfügung gestellt.

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