Nur noch ein Mal wach werden bis Neymar und Co. am Donnerstag den Ball ins Rollen bringen und die Weltöffentlichkeit jubelnd im Landestrikot ihre Plätze vor den Devices einnimmt. Begleitet von Kritik am Weltverband und von nationalen Protesten, kann man erahnen worum es bei diesem Megaevent neben der Jagd nach Toren eben auch geht – um sehr viel Konsum und Geld. Eine Vielzahl an Unternehmen versucht sich irgendwie mit dieser Emotionalität aufzuladen (ob Premium-Sponsor oder nicht), um ein Schluck vom Bier abzubekommen – wie unter anderem auch Samsung, McDonald’s oder Kia.

Daneben kämpfen aber auch die um Aufmerksamkeit, die aus Marketingsicht nahezu eine Verpflichtung haben – die Giganten unter den Sportartikelhersteller. Recht schwierig hier den Überblick zu behalten, daher erhebt die folgende Aneinanderreihung von Spots auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Adidas – The Dream

Der erste Spot von Adidas macht schon gut deutlich welche Formel man der Zielgruppe anzubieten hat – wobei der Einsatz von Superstars als mandatory angesehen werden darf: Emotionales Training (idealerweise im verschneiten Wald oder der dunklen Muckibude), Spielszenen mit Tricks (oder Spielszenen mit Toren oder solchen mit Tricks und Toren) und eine grobe Storyline, die Primär als Name für den Spot und als Berechtigung für die gezeigten Bilder dienen muss.

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Kurz vor Redaktionsschluss (wegen WM-Beginn) konnte der Beitrag „House Match“ eingereicht werden, der durchaus für die kleine Unterhaltung nebenbei sorgt – und auch ein paar altbekannte Gesichter zurück auf die Screens zaubert.

Nike – Winner Stays

Im groben gilt die beschriebene Formel auch für den nächsten Spot, doch Nike bedient sich einem cleveren Kniff – holt den Bolzplatz und somit auch die angesprochene Jugend direkt in den Spot. Was ca. 1 Minute lang etwas bemüht wirkt, entwickelt sich am Ende doch zu einem formidablen Spaß mit tollen Ideen (handwerklich übrigens sind die Spots allesamt ziemlich perfekt).

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Ebenfalls von Nike ist der Animationsfilm „The last Game“, der sich eher an die jüngere Zielgruppe richtet – daher mich auch etwas weniger begeistert. Oder aber ein weiterer Spot unter dem Motto „Risk everything“, der komplett ohne Spielszenen (dafür aber mit Hashtag) auskommt.

Beats by Dre – The Game Before The Game

Ebenfalls auf Spielszenen verzichtet ein Neuling in dieser Riege, der in meinen Augen auch eine neue Benchmark setzt. Beats by Dre (gerade prominent gekauft) liefert auf emotionaler Ebene einen perfekten Spot ab, der absolut in die Zeit passt. Kopfhörer tragende Stars unter Rudi Völler noch völlig undenkbar – nicht nur wegen der Frisuren – sind spätestens 2014 unabdingbares Accessoire bei den Spielern. Clever und Cool.

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Einzig Puma bleibt bisher noch ein wenig hinter den großen Playern zurück und schickt ein Gespenst und einen vergleichsweise kleinen Spot ins Rennen – der aus deutscher Sicht tragischer Weise auch eher auf Marco Reus setzt.

Der Kampf um die Aufmerksamkeit ist also im vollen Gange, ob man als offizieller Sponsor geführt ist oder nicht. Und da schlechte WM-Werbung die bessere Wirkung erzielt – wie die Dorstener Zeitung zu berichten weiß – könnte der Titel letztlich doch an Expert und Miro Klose gehen.

Spaß macht es allemal und letztlich gilt auch für die Zuschauer: Was zählt ist auf’m Platz!

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Anmerkung in eigener Sache: Für die Telekom sind wir ebenfalls mit drei Spots ins Rennen gegangen, zu sehen sind die hier: http://bit.ly/ItalienHS