Flashmobs als Akt politischer Meinungsäußerung? Klingt seltsam, ist es auch. Tatsächlich sind Flashmobs seit September 2009 ein legitimes Mittel sich durchzusetzen. Hintergrund: Im Dezember 2007 legte eine Flashmob-Aktion der Gewerkschaft ver.di einen Laden lahm. 50 Menschen ließen ihre Einkaufswagen in den Gängen stehen und blockierten die Kassen, in dem sie immer wieder Kleinstartikel kauften. Der Handelsverband Berlin-Brandenburg brachte die Aktion zur Anklage und verlor. Und Flashmobber auf der ganze Welt feierten.

Zum Beispiel mit den kurz vor der Bundestagswahl 2009 laut gewordenen „Und alle so … yeah!“ Sprechchören. Wahlkampfreden von Noch-Immer-Kanzlerin Merkel wurden von lautstarken „Yeah!“ Rufen untermalt.

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Die Videos wurden nicht nur online hunderttausendfach geklickt, auch die Tagesthemen der ARD berichteten darüber. Und wer es mal in die Tagesthemen geschafft hat …

Weitere Beispiele für erfolgreiche Flashmobs lassen schnell finden. Der „T-Mobile Dance“ vom 15. Januar 2009 ist mit über 18 Millionen Views wohl einer der erfolgreichsten Flashmobs. In der Bahnhofshalle der Liverpool Street Station in London versammelten sich 400 professionelle Tänzer und beeindruckten sowohl die Leute vor Ort als auch online.

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Welcher der erste kommerziell genutzte – also von einer Marke besetzte – Flashmob war, lässt sich heute gar nicht mehr genau sagen, da nicht alle Flashmobs dokumentiert und/oder veröffentlicht wurden. Einer der ersten war jedoch vermutlich dieser hier:

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Schon diese kleine Auswahl an Flashmobs zeigt: ein Erfolgsgeheimnis für Flashmobs gibt es nicht. Wer es dennoch versuchen möchte, sollte sich die folgenden Basics zu Gemüte führen:

Man nehme ein gutes Kilo originelle, außergewöhnliche und lustige Ideen sowie eine Prise Mut. Dann siebt man die Essenz heraus und heizt den Ofen vor. Ist alles vorbereitet, wird die Buschtrommel aktiviert und zur Dinnerteilnahme aufgerufen. Die Eingeweihten sind hochmotiviert und treffen pünktlich zur vereinbarten Zeit am vereinbarten Treffpunkt ein – es geht los. Die Köche dokumentieren die Aktion und veröffentlichen diese. War das Rezept gut, wird es vervielfältigt und geht einmal um die Welt. Die Köche steigen zu Sterneköchen auf und werden berühmt.

Heute, da Flashmobs nichts neues oder außergewöhnliches mehr sind, steht und fällt alles mit außergewöhnlichen Ideen. Flashmobs können nach wie vor ein machtvolles Instrument im viralen Marketing darstellen, jedoch nur dann, wenn Authentizität groß und Spaß noch größer geschrieben wird. Flashmobs sind ein Phänomen der Generation Social Media und diese lässt sich eben nicht gerne von Unternehmen oder Marken instrumentalisieren.