Das Konzept des Viral Marketing hat durch das Internet einen enormen Aufschwung erfahren. Deshalb wird Viral Marketing häufig auch als ein internetspezifisches Tool interpretiert.

Dabei ist die Idee viraler Kommunikation, wie ich auch im letzten Beitrag zeigte, nicht mediengebunden.
Schließlich geht es einzig darum: möglichst schnell, möglichst viele Werbekontakte zu erzielen – und das mit Hilfe von Multiplikatoren, die zur kostenlosen Weiterleitung der Werbebotschaft animiert werden. Eben wie ein Virus, der sich explosionsartig mit Hilfe von Wirtszellen vermehrt.

Dieses Einbinden Dritter zur Verbreitung von Werbung findet in der Marketingpraxis häufig auch außerhalb des World Wide Web, meistens jedoch in anderen Massenmedien statt. Entscheidend für den Erfolg der Mundpropaganda-Kampagne (was anderes ist Viral Marketing letztendlich nicht) ist also nicht das Medium, sondern die Frage, ob es gelingt, möglichst viele Menschen zur Weiterleitung einer Botschaft zu begeistern.

Mund-zu-Mund-Propaganda

Kommunikationsviren sind nichts Neues. Es hat sie schon immer gegeben, zum Beispiel in Form eines Kettenbriefes oder als Gerücht, das in der Bevölkerung einer Stadt grassiert. Und genauso ist es eine alte Marketingweisheit, dass Empfehlungen von Freunden/Bekannten/zufriedenen Kunden zu den effektivsten Mitteln der Verkaufsförderung zählen.

Die meisten Menschen vertrauen nun einmal eher den persönlichen Erfahrungen eines Bekannten, als einer professionell gestalteten Werbebotschaft. Das hat jeder Kaufmann begriffen, der früher seine Kundschaft mit den Worten „Empfehlen Sie uns weiter“ verabschiedete. Und darauf haben Unternehmen bereits zu Zeiten gesetzt, als der Begrff Viral Marketing offiziell noch gar nicht existierte.

So erinnere ich mich an einen TV-Spot von Fabergé, der bereits in den 70er Jahren mit folgender Idee spielte: „Ich habe es meiner Feundin erzählt und die wieder ihrer Freundin…“ Mit diesen Worten, die das Prinzip viraler Kommunikation trefflich beschreiben, pries die Hauptdarstellerin des Spots einer anderen Dame ein Pflegemittel an. Und animierte diese gleichzeitig dazu, die Qualität des Produktes weiterzuempfehlen.

Doch erst im Jahr 2000 definiert Wilson den Begriff so: „Viral Marketing beschreibt Strategien, die eine Person dazu motivieren, eine Marketingbotschaft an andere Personen weiterzuleiten. Auf diese Weise wird das Potential für ein exponentielles Wachstum in der Ausbreitung und im Einfluss der Botschaft geschaffen.“

Man kann es aber auch wesentlich profaner formulieren: Es gibt Werbung, die an einem vorüber zieht. Und welche, über die man spricht!

Mehr Infos und Fallbeispiele zum Thema „Virales Marketing“ hier und hier.