Endlich mal ein Clip, der zeigt, dass „Aufmerksamkeit“ nicht immer unbedingt verdammt viel Budget kosten muss. Darren Beardyman Foreman, ein Londoner Beatboxer, unterhält hier ein ganzes Einkaufszentrum mit einer der beliebtesten Fruchtpastillen Englands, den Rowntree’s. Ein sehr cooles Viral, das fast schon die Anmutung von einem User-genereted-Video hat. Die Kampagne dahinter kleidet sich nämlich ganz im Web2.0-Gewand und wird daher ganz „brav“ auf Facebook und MySpace verlängert.

Hier kurz die Infos zur klassische Online-Kampagne dahinter:

Um den Relaunch der neuen Sorte: den ROWNTREE’S RANDOMS® zu zelebrieren, wurden alle Rowntree’s Fans dazu augerufen ein VIdeo über ihre eigene Willkür zu drehen.

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Das Besondere: Den Teilnehmern wurde keine konkrete Aufgabe gestellt, sondern hier folgte nur die Ansage: Let your Random Side out! Zu gewinnen gibt es jede Menge willkürliche Dinge. Dies kann von einem Berg bis zu einem Eis, einer Palme oder einem Fahrrad, eben all das sein, was man in einer Tüte der neuen Rowntree’s Randoms findet. So ein willkürliches Thema sollte sich eigentlich hervorragend dafür eignen Social Buzz zu generieren, oder? Doch wir bringen die Fakten auf den Tisch: Auf der MySpace-Site kommen gerade mal 541 Freunde zusammen, die insgesamt 17 Videos eingeschickt haben. Eine ziemliche maue Ausbeute, wenn man ehrlich ist. Bei Facebook sieht die Interaktion besser aus.

facebook-rowntreee28099s-randomsHier finden sich bereits über 96,615 Fans der neuen Rowntree’s zusammen, die sich zu witzigen Aufgaben willkürlich auslasssen. Heute wurde zum Foto-Upload der willkürlichsten Gebäude aufgerufen. Die Resonanz kann sich durchaus sehen lassen. Nach vier Stunden wurde das Posting bereits 66 mal kommentiert und mit 145 Votes bewertet. Bisher wurden 30 Bilder hochgeladen, die wiederum mehrere Kommentare und Votes einbrachten. Doch warum ist hier der Aktionismus der Fans auf den beiden Portalen so unterschiedlich? Ist das auch pure Willkür oder funktionieren Kampagnen dieser Art auf Facebook einfach besser als auf MySpace?

Wenn dies tatsächlich der Fall ist, sollte man der Frage nachgehen. Warum dies so ist?
Hier meine These:

Facebook-User sind es viel mehr gewöhnt eigenen Content zu liefern. Durch die einfache Usability, die es ermöglicht jedes Foto, jede Statusänderung usw. zu kommentieren oder durch den „Das gefällt mir“-Button zu bewerten, kann hier auf einfachstem Wege eine Interaktion mit der Marke stattfinden, die natürlich durch die Partizipation in die eigene Community weitergetragen wird.

Auf MySpace ist der User doch noch viel mehr klassischer Konsument und kein Produzent. Dies macht sich in meinem Falle vor allen Dingen daran fest, dass ich das Portal in erster Linie als „Free Streaming Music-Tool“ nutze. Hierzu kann ich bei den meisten Profilen meine Meinung lediglich über einen Kommentar abgeben, der schon von der räumlichen Anordnung ganz woanders steht als der Content, den ich als User kommentieren möchte. Meine Forderung mag banal klingen und ist für mich doch absolut entscheidend: Der User braucht direkt am Ort des Geschehens eine Interaktionsmöglichkeit. Nur dann kann es auch mit der Interaktion funktionieren. Alles andere ist viel zu umständlich!

@all: Und jetzt seid Ihr gefragt? Was meint ihr zu meiner These?