Wirtschaftskrise, Bankenpleite, Zukunftssorgen – diese Themen zogen sich in den letzten Monaten wie ein roter Faden durch die Medien. Nach Schätzungen des statistische Bundesamts sank das Bruttoinlandsprodukt im letzten Jahr um rund fünf Prozent im Vergleich zu 2008. Damit hat die deutsche Wirtschaft den größten Einbruch der Nachkriegszeit erlitten. Solche Nachrichten machen Angst vor einer Weltwirtschaftskrise, wie in diesem Szenario:

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Das sind Szenen aus dem TV-Zweiteiler „Die Grenze“. Die webguerillas wurden von Sat.1 mit einer Social-Media-Kampagne beauftragt. Kernaufgabe: Die Zielgruppe auf der Microsite die-grenze.de und einer Facebook-Fanpage für das Thema des Films und „Was wäre, wenn …?“-Vorstellungen zu sensiblisieren und eine Diskussion anzuregen.

Deutschland in naher Zukunft: Die wirtschaftliche Lage hat sich in den letzten Jahren extrem verschlechtert und die gesellschaftliche Stimmung brodelt. Die politischen Lager  radikalisieren sich zunehmend. Die extreme Rechte sammelt sich in den DNS, der Partei des charismatischen Maximilian Schnell, der es versteht, die Menschen auf seine Seite zu ziehen. Er möchte die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern gewinnen und das Bundesland von Deutschland abspalten. Um diesen Albtraum zu verhindern und die bürgerkriegsähnlichen Zustände in den Griff zu bekommen, tritt der Krisenstab auf den Plan. Die Agentin Linda Jehnert setzt Rolf Haas auf Maximilian Schnell an – einen ehemaligen Freund von ihm. Durch seinen Auftrag trifft Haas auch auf seine frühere Freundin, die Ex-Polizistin Nadine Manz, deren Familie im blutig geführten Wahlkampf zwischen die Fronten gerät.

Die Frage ist: Kann es wirklich passieren, dass durch Terroranschläge die Weltwirtschaft in die Krise stürzt? Ist es möglich, dass sich ein Bundesland von Deutschland abspalten möchte und einen eigenen Staat gründet? Was wäre, wenn nur noch linksextrem und rechtsextrem zur Wahl stünden? Das sind einige der Fragen, die zu einer umfassenden Diskussion und Auseinandersetzung mit den Filminhalten führen sollen. Was würde passieren, wenn die Film-Fiktion Wirklichkeit wird?

Der Film ist natürlich nur Fiktion, aber Teile davon wurden bewusst sehr realitätsnah gehalten. Denn Aufmärsche und Angriffe von Rechtsextremisten und Linksautonomen führen immer wieder zu Problemen in Deutschland. Erst am vergangenen Wochenende musste die Polizei wieder einen Aufmarsch von 6.000 Neonazis zum Gedenktag des Bombenangriffs auf Dresden stoppen. Die Wirtschaftskrise und eine damit verbundene, steigende Arbeitslosigkeit lassen viele Menschen am Staat zweifeln. Gerade dann sind extremistische Vereinigungen besonders beliebt, denn sie greifen den Frust der Bürger auf und fordern Gegenmaßnahmen.

In „Die Grenze“ soll Mecklenburg-Vorpommern von der Bundesrepublik abgespalten werden. In der Realität gibt es solche Wünsche auch: Die Bayernpartei fordert in ihrem Parteiprogramm die Eigenstaatlichkeit Bayern.

Die Bayernpartei fordert für Bayern, was für andere Länder selbstverständlich ist – die Freiheit, über eigene Angelegenheiten selbst entscheiden zu dürfen. Viele auf überstaatlicher – also europäischer Ebene – sinnvoller angesiedelte Aufgaben machen die deutschnationale Ebene mittlerweile überflüssig. Bayern muss in den jetzt entstehenden „Vereinigten Staaten von Europa“ das Recht bekommen, seine Interessen ohne die bisherige Vormundschaft durch Berlin selbst zu vertreten. Zu diesem Zweck wollen wir zu gegebener Zeit einen Volksentscheid über die bayerische Unabhängigkeit herbeiführen.

Aber wie schaut’s denn eigentlich aus im Grundgesetz? Ist dort der Austritt eines Bundeslandes aus der Bundesrepublik Deutschland geregelt oder gar verboten? Die Antwort: Jein. Es gibt keinen Artikel, der dies eindeutig regelt. Die Universität des Saarlandes hat jedoch aus verschiedenen Artikeln einen Lösungsvorschlag für den Fall Saarland gegeben:

Damit läßt sich aus dem Grundgesetz weder allgemein noch in der besonderen Fallkonstellation ein einseitiges Austrittsrecht (des Saarlandes) aus der Bundesrepublik herleiten. Vielmehr bedarf es zur Entlassung eines Bundeslandes in die staatliche Unabhängigkeit in jedem Fall einer Änderung des Grundgesetzes. Da diese Grundgesetzänderung bisher nicht erfolgt ist, ist die Austrittserklärung (des Saarlandes) unwirksam.

Bayern ist wohl der Spitzenreiter unter den Verfechtern einer Eigenstaatlichkeit der Länder. Der ehemalige Bamberger Kreisrat Georg Pfister betonte diese Forderung auf einer Rede beim CSU Parteitag 2008 noch einmal ausdrücklich:

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Ein Thema mit enormem Diskussionsbedarf – damals wie heute. „Die Grenze“ greift genau diese Thematik auf und spielt mit den Gedanken „Was wäre, wenn …?“. Am 15. und 16. März wird in Sat.1 das Geheimnis gelüftet: Wird Deutschland erneut geteilt? Diskutiert mit auf die-grenze.de und auf der Facebook-Fanpage.